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anerkannte, war konstitutionell-monarchisch, aber entschieden liberalgesinnt und gedachte im Namen des deutschen Volkes eine Verfassungzu schaffen, durch welche Deutschland sich aus einem losen Staaten-bunde in einen mächtigen Bundcsstaat mit einem Kaiser an der Spitzeverwandeln sollte. Einstweilen errichtete die Versammlung eine provi-sorische Reichsregierung, indem sie den österreichischen ErzherzogJohann zum Reichsverweser wählte, der wieder seine Minister er-nannte. Eine Minderheit von Abgeordneten, welche die „Linke" imParlamentebildete, träumte von der Errichtung einer deutschen Republik.Aber ein Aufstand, der zu diesem Zwecke im Großherzogtum Baden,unter Hecker, Struve, dem Dichter Herwegh u. a. ins Werk gesetztwurde, scheiterte völlig und legte den Beweis ab, daß für solche Be-strebungen in Deutschland kein Boden war.
6. Niedergang der Volkserhebung in Italien (1848/49).— So schienen die Völker Europas mit einem Schlage Ziele erreichtzu haben, die noch vor wenigen Monaten in unerreichbarer Ferne ge-standen hatten. Aber dem verheißungsvollen „Völkerfrühling" folgtenirgends die gehoffte Ernte. Das Erbübel gewaltsamer Umwälzungen,die Zerfahrenheit der Parteien, von denen keine wollte, was die andere,die Maßlosigkeit derer, die das erreichbare Gute über fernen Idealenin den Wind schlugen, das alles ließ die Bewegung nirgends zu einemgedeihlichen Abschluß kommen. Der erste verhängnisvolle Rückschlagtrat in Italien ein. Statt die Hauptaufgabe in der Vertreibungder Oesterreichcr zu erblicken und die Fürsten nach Kräften in ihremKampfe gegen dieselben zu unterstützen, verfolgten die von Mazzinigeleiteten italienischen Republikaner kurzsichtig ihre eigenen Pläne unddurchkreuzten und lähmten dadurch die nationale Bewegung. So er-hoben sie am 15. Mai einen Aufstand gegen Ferdinandll. in Neapel,den dieser mit Hilfe seiner Schweizersöldner in blutigem Kampfe nieder-schlug. Jetzt stellte der König den Absolutismus wieder her, rief dieHilfstruppen, die er zum Unabhängigkeitskampfe gegen Oesterreich ge-stellt hatte, zurück und beraubte Karl Albert von Sardinien seinerUnterstützung gerade in dem Augenblick, wo der kriegserfahrene Fcld-marschall Radetzky sich durch große Verstärkungen in stand gesetzt sah.