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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 3. Teil (zweite Hälfte) / Neueste Geschichte bis zur Gegenwart
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wurden von den überlegenen amerikanischen Schlachtschiffen vernichtetund in einem zu Paris geschlossenen Frieden mußte Spanien dieReste seines einst so gewaltigen Kolonialreichs, Cuba, Puerto Rico,sowie die Philippinen an die Vereinigten Staaten abtreten.

II. Die orientalische Frage.

Xknglske, Invasion ok tds vriinoa, 8 Bde.; koussvl, Mstoirs äs la xnsrrs äs6ikn6«, 2 Bde-; G«ffL,n, Zur Geschichte des Orientalischen Krieges 18S3LS; D»mb»«g,Geschichte der orientalischen Angelegenheiten.

1. Innerer Zerfall der Türkei. Während mit derBildung der großen Nationalstaaten Deutschland und Italien dieWesthälfte unseres Erdteils zu dauernder Ruhe und festen Zuständengelangt zu sein scheint, hängt über seiner Zukunft noch immer wieeine gewitterschwere Wolke die Frage: Was soll aus dem großenLändergebiete werden, in welchem die Osmanen herrschen oderbis vor kurzem geherrscht haben? Mit dem Sinken der äußerenMacht war in der Türkei ein unheilbarer Zerfall eingetreten, da dieOsmanen sich als unfähig erwiesen, ein geordnetes Staatswesenherzustellen. Nur mit Ingrimm ertrugen die christlichen Völkerauf der Balkanhalbinsel die rohe Gewaltherrschaft, die aufihnen lastete, und ihre Blicke wandten sich naturgemäß dem mäch-tig aufblühenden glaubens- und stammverwandten Rußland zu,das ihnen nur zu bereitwillig entgegenkam. Schon Peter derGroße hatte sich offen als Befreier der unter dem Türkenjoch seuf-zenden Glaubens- und Stammesgenossen angekündigt. Wenn seinPlan, Konstantinopel zu erobern und sich die oströmische Kaiserkroneaufzusetzen, nicht in Erfüllung ging, so war doch dem russischen Ehr-geiz das Ziel gesteckt, und das Netz geheimer Verbindungen, das ermit den christlichen Untertanen der Türkei angeknüpft hatte, bliebbestehen. Unablässig unterwühlten seitdem russische Sendlinge denThron des Sultans. In dem Frieden, den Katharinall.nach ihremersten Türkenkrieg zu Kutschuk Kainardsche (1774) abschloß, gabder Sultan das Versprechen freier Religionsübung für die Christenin der Moldau und Walachei, woraus Rußland ein Schutzrechtüber diese sogenannten Donaufürstentümer ableitete und sich eine

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