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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / von Wilhelm Oechsli. 3. Teil (zweite Hälfte) / Neueste Geschichte bis zur Gegenwart
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Nationalversammlung oder Cortes gewählt, welche sich mit über-wiegender Mehrheit für die Beibehaltung der konstitutionellen Mon-archie aussprach. Serrano und Prim führten die Regierung, bis sichAmadeus, der zweite Sohn Viktor Emanuels, bereit erklärte, denspanischen Thron zu besteigen (1870). Allein die wilde Zwietracht derParteien, welcher der tatkräftige Prim noch vor der Ankunft desneuen Königs durch Meuchelmord zum Opfer fiel, machte Amadeusdas Regieren so sauer, daß er schon nach zwei Jahren die Kroneniederlegte und nach Italien zurückkehrte. Jetzt wurde die Republikausgerufen. Aber die ungezügelte Parteisucht der Spanier ließ auchdiese nicht gedeihen. Den gemäßigten Republikanern, welche unterder Führung des glänzenden Redners Castelar an der Einheit desLandes festhielten, stellten sich andere entgegen, welche Spanien ineine Menge kleiner selbständiger Republiken auflösen wollten, und anvielen Orten brachen Aufstände in diesem Sinne aus. Zugleich er-hoben sich die Basken wieder für Don Carlos, den Enkel des alten.Diese Zerrüttung machte den Monarchisten Mut; der General Paviatrieb die republikanischen Cortes mit Waffengewalt auseinander, einanderer General, Martinez Campos, rief Alfons XII., den Sohnder verjagten Jsabella, zum König aus, und da sich das Heer für ihnerklärte, blieb den Republikanern nichts übrig, als sich zu fügen (1874).Auch die Karlistenbanden wurden zu Paaren getrieben, und alsAlfons XII. schon 1885 starb, erwies sich die Monarchie wieder alsso befestigt, daß seine Witwe Marie Christine ohne Widerstanddie Regierung übernehmen und für ihr nachgeborenes SöhnleinAlfons XIII. führen konnte. Dafür bereitete ihr ein Aufstandder Insel Cuba, der letzten großen spanischen Kolonie in Amerika,stets wachsende Schwierigkeiten. Trotz ungezählter Opfer an Menschenund Geld vermochten ihre Heerführer desselben nicht Herr zu werden,zumal die Aufständischen einen Rückhalt an den V e r e i n i g t e n S t a a t e nfanden, deren Absichten auf die »Königin der Antillen"' immer un-verhüllter zu Tage traten. 1898 mischten sich diese offen in die kuba-nischen Händel ein und begannen, als Spanien ihre Forderungenablehnte, den Krieg. Die spanischen Geschwader bei Manila und Cuba.