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der Maritza hinunter; die türkischen Heere, die sich ihrem Vordringenentgegensetzten, wurden zermalmt, und der Weg nach Konstantinopelstand ihnen offen. Ebenso siegreich waren die Russen in Asien, wo dieFestung Kars, das stärkste Bollwerk der Türken in Armenien, in ihreHände fiel. Der Pforte blieb nichts übrig, als um Frieden zu bitten.Derselbe wurde in Sän Stefano bei Konstantinopel geschlossen,und ließ ihr von der Balkanhalbinsel nicht mehr viel übrig. Dergrößte Teil ihres europäischen Besitzes sollte in einen russischen Va-sallenstaat Bulgarien verwandelt werden. — Aber mittlerweile wardie britische Flotte in die Dardanellen eingelaufen, und die eng-lische Regierung zwang durch ihre ernstlichen Kriegsrüstungen denSieger zu dem Eingeständnis, daß das Geschick der Balkanhalbinselendgültig nur durch einen Kongreß sämtlicher Großmächte ent-schieden werden dürfe. Dieser fand im Sommer 1878 zu Berlinunter dem Vorsitz des Reichskanzlers Bismarck statt, und Rußlandmußte sich zu verschiedenen nicht unwesentlichen Abschwüchungen desFriedens von Sän Stefano bequemen. Es erhielt außer einer Kriegs-entschädigung Kars und Datum in Asien und in Europa das ihm1856 entrissene Stück Bcssarabien. Rumänien wurde dafür durch dieDobrudscha (die Halbinsel zwischen dem untersten Donaulauf und demSchwarzen Meere), sowie durch die volle Unabhängigkeit ent-schädigt. Serbien und Montenegro wurden ebenfalls zu sou-veränen Staaten erklärt und erhielten einige Gebietserweiterungen;auch Griechenland wurde eine solche in Thessalien und Epirus zuteil. Das von Rußland neu geschaffene Fürstentum Bulgarien wurdeauf einen Dritteil seines im Vertrag von Sän Stefano bestimmtenGebietes reduziert, indem ein Stück direkt an die Pforte zurückfiel,ein anderer Teil aber als eine mit großen Vorrechten ausgestatteteProvinz Ostrumelien zwar unter türkischer Oberhoheit verbleiben,aber zugleich unter dem gemeinsamen Schutz sämtlicher Großmächtestehen sollte. Oesterreich übernahm den Auftrag, für den SultanBosnien und die Herzegowina zu „beruhigen" und zu „verwal-ten". Dafür überraschte England den Kongreß mit der Mitteilung,die Pforte habe ihm Cypern zur „Verwaltung" abgetreten.