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5. Die weitere Entwicklung der Dinge in der Balkan-halbinsel. — Am russischen Hase hatte man das Gefühl, daß dieungeheuren Opfer an Menschenleben und Geld, die der Krieg gekostethatte, in keinem Verhältnis zu den erreichten Vorteilen stünden.Diesen Mißerfolg schrieb man hauptsächlich der Haltung Preußensam Berliner Kongresse zu, auf dessen kräftige Unterstützung Rußlandgerechnet hatte, weil es ihm durch seine Nichteinmischung in die Kriegevon 1864, 1866 und 1870 unschätzbare Dienste erwiesen habe. Alsdie feindselige Stimmung der östlichen Macht immer mehr zu Tagetrat, schloß der deutsche Reichskanzler Bismarck 1879 mit Oester-reich, das seinerseits ein großes Interesse daran hatte, Rußland aufder Balkanhalbinsel nicht übermächtig werden zu lassen, ein engesSchutz- und Trutzbündnis, dem bald auch Italien beitrat. Dadurchermutigt, wagten die Balkanstaatcn Rußland gegenüber, das sie alsseine Vasallen betrachtete, freier aufzutreten. Rumänien erklärtesich 1881 zum Königreich und suchte durch Anlehnung an Oester-reich und Deutschland seine Unabhängigkeit zu sichern. Serbien be-folgte das Beispiel; ja sogar das von Rußland eben geschaffene Für-stentum Bulgarien fand den Mut, seinem „Befreier" zu trotzen.Zar Alexander II. hatte zum Fürsten desselben einen nahen Ver-wandten, den Prinzen Alexander von Battenberg, ausersehen;neben ihm sollten russische Generäle als Minister die Regierung führen.Aber der plumpe Uebermut, mit dem diese Generäle auftraten, er-bitterte die Bulgaren. Als dieselben damit umgingen, den FürstenAlexander als zu wenig willfährig zu entsetzen, gewann dieser dieHerzen seines Volkes für sich, indem er 1885 die Ostrumelier zumAnschluß an Bulgarien bewog und die Serben, die ihm, durch dieseVergrößerung des Nachbarstaates gereizt, den Krieg erklärten, inheldenmütigem Kampfe bei Sliwnitza (17. bis 19. Nov.) zurück-schlug. Während infolge dessen in ganz Europa lebhafte Sympathienfür die Bulgaren und ihren mutigen Fürsten erwachten, fand dieserin Rußland keine Gnade mehr, seit er gewagt hatte, selbständig zuhandeln. Hier war Alexander II. 1881 einem Attentat des revolu-tionären Geheimbundes der Nihilisten zum Opfer gefallen. Sein