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und Altersversicherung ihr Los zu verbessern, soweit dies in seinenKräften steht.
3. Geistiges Leben. — Keine Zeit ist reicher an Entfaltungaller Kräfte, an Fortschritten auf allen Gebieten der Kultur, als dasJahrhundert seit der Aufklärung. Da erreichte die deutscheDichtungihrenHöhepunkt in den Schöpfungen Wolfgang Goethes (1749—1832)und Friedrich Schillers (1759—1805). Da lebten WolfgangMozart (s- 1791) und Ludwig van Beethoven (ch 1827), diegrößten Meister der weltlichen Musik, nachdem die kirchliche in denWerken Sebastian Bachs (s- 1750) und Friedrich Händels(ch 1759) schon früher ihre schönste Blüte gezeitigt hatte; da der DäneThorwaldsen (s- 1844), der größte Bildhauer der modernen Zeit;da eine solche Fülle hervorragender Künstler in Frankreich, Deutsch-land und anderen Ländern, daß es schwer fällt, einzelne Namenherauszugreifen. Auch jetzt noch ist des Sprossens und Treibens imDichterwalde aller Nationen kein Ende, blühen Musik und bildendeKünste, schmücken sich die Städte mit Kunstsammlungen und herrlichenBauten, herrscht überhaupt eine rege Tätigkeit auf allen Gebieten desSchönen. — In großartiger Weife aber schritten und schreiten dieWissenschaften fort, dank der vollkommenen Freiheit der Forschungund der reichen Unterstützung, welche die Regierungen aller Länder denHochschulen, den wissenschaftlichen Instituten und Unternehmungenjeder Art zu gewähren für ihre Pflicht halten. Und damit das Wissennicht mehr bloß ein Vorrecht gewisser Stände bleibe, damit es zursittlichen und geistigen Hebung des ganzen Volkes beitrage, wird dieVolksbildung gepflegt wie in keiner früheren Zeit. Die Regierungenanerkennen die Sorge für dieselbe als eine ihrer vornehmsten Auf-gaben. Jeder Ort hat seine Schule, und in den meisten zivilisiertenLändern ist die allgemeine Schulpflicht Gesetz.
4. Erfindungen. — In engem Zusammenhang mit den Fort-schritten der Wissenschaft steht die zahllose Menge der Erfindungen,die unser Zeitalter auszeichnet. 1807 machte der Amerikaner Fultonden ersten gelungenen Versuch mit einem Dampfschifsauf dem Hudson,und heute durchfurchen zahllose Dampfer mit einer früher nicht ge-