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Schweizergeschichte für Bündner Schulen : vom Bauernkrieg bis zur Gegenwart / von F. Pieth ; mit Bildern von Rudolf Münger
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hätte hervorrufen können. Sie ließen sich von ihm alles gefallen.Und je mehr sie sich bückten und duckten, desto unverschämter undrücksichtsloser behandelte Napoleon unser Land. Als er 1809 mitÖsterreich Krieg führte, ließ er ein französisches Regiment durchBasel marschieren. Nach dem Krieg nahmen französische Truppenihren Rückweg durch Schaffhausen, Aargau und Basel, als ob siedazu das größte Recht hätten. Als der Landammann der Schweizsich darüber in der höflichsten Weise beschwerte, gab er ihm einehöhnische Antwort. 1810 befahl er die Vereinigung des Wallismit Frankreich. Das hatte er wegen der Simplonstraße schonlange im Sinn gehabt. Der Landammann und die Tagsatzungwagten nicht, dagegen Einsprache zu erheben, und die Zeitungendurften nichts darüber schreiben. Dazu kam, daß er durch seineGewaltherrschaft zwanzigtausend Schweizerfamilien brotlos machte.

Die Schweiz besaß damals schon eine blühende Industrie undeinen weitverzweigten Handel. St. Gallen allein beschäftigte80000 bis 100000 Spinner und Spinnerinnen, Weber undStickerinnen. Schweizerische Kaufleute fühlten sich in Frankreichwie zu Hause. Schweizerische Kaufleute brachten ihre Baumwoll-,Seiden- und Leinwandwaren aber auch in Frankfurt, Leipzig,Mailand, Genua, Livorno, Barcelona und Lissabon auf denMarkt und verdienten viel. Das erweckte den Neid Napoleons.Er sah, daß die Schweizer den Franzosen überall Konkurrenzmachten. Das war ihm unerträglich; das sollte anders werden.Und nun versetzte er der schweizerischen Industrie und dem schwei-zerischen Handel einen Schlag nach dem andern.

Zunächst erhob er auf die nach Frankreich eingeführten schwei-zerischen Baumwollwaren einen so hohen Zoll, daß sie nicht mehreingeführt werden konnten. Bis jetzt bezog die Schweiz Rohseideaus Piemont, Hanf und Flachs aus dem Elsaß und aus Belgien.Um die schweizerische Industrie zu schädigen, verbot er nun dieAusfuhr von Seide aus Piemont und die Ausfuhr von Hanf undFlachs aus Belgien und dem Elsaß nach der Schweiz. Dann verboter, schweizerische Waren durch Frankreich nach Spanien zu führen.

Das Schlimmste aber geschah im Jahre 1810. Da wollte erFrankreichs Handel und Industrie auf Kosten der übrigen Staatenum jeden Preis in die Höhe bringen. Er schloß sein Reich durchdie höchsten Zölle ganz vom Handel mit den übrigen Staaten ab.Dadurch wurde besonders die Schweiz hart betroffen. Er ver-unmöglichte ihr nicht nur die Ausfuhr ihrer Baumwollwaren nachFrankreich, sondern er verschloß ihr auch die Ausfuhr nach Italien