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Schweizergeschichte für Bündner Schulen : von der Urzeit bis zum Dreissigjährigen Krieg / von F. Pieth
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zahn eines Höhlenbären. Das war für ihn ein äußerst wich-tiger Fund. Er hatte solche Zähne auch in einer Höhle amSäntis im Appenzellerland gefunden und beweisen können, daßdort in altersgrauer Zeit Menschen gewohnt haben, was wärees für eine Überraschung, wenn er herausfände, daß dasDrachenloch so hoch im Gebirge auch eine uralte Menschen-wohnung gewesen sei! Denn in einer Höhe von 2^5 in hatteman sonst auf der ganzen Welt noch keine bewohnten Höhlengefunden. Das Herz lachte ihm vor Freude. Sobald es ihmmöglich war, stieg er, begleitet von dem wißbegierigen vättiserLehrer, hinauf in das wilde Felsgebiet.

Als er sich die Örtlichkeit näher angesehen hatte, holte erein paar Arbeiter, zündete eine Lampe an und fing mit ihnenan, den Boden der Drachenhöhle zu durchsuchen. Und wie ererwartet hatte, machte er eine merkwürdige Entdeckung nachder andern. Ganze Berge von Knochen kamen zum Vorschein.Es waren Überreste von Tieren, die ein Zäger als Jagd-beute in die sonderbare Wohnung geschleppt hatte. Da lagenGebeine, die von Wölfen, Füchsen, Gemsen, Steinböcken, Mar-dern, Murmeltieren, Schneehasen, Schneemäusen herrührten.Weitaus die meisten aber stammten vom Höhlenbären. Dieserkommt heute nicht mehr vor. Er war viel größer und gefähr-licher als der gewöhnliche braune Bär. Etwas aber war be-sonders merkwürdig. Unser Höhlengelehrter erklärte, daß dieausgegrabenen Bärenknochen alle von jungen Bären her-stammen. Er fand das ganz begreiflich. Der alte Höhlenbärwar nämlich ein riesenhafter Räuber und die Zagd auf ihnäußerst gefährlich, viel leichter gelang der Fang des unerfah-renen jungen Bären. Der Jäger bediente sich hiezu geschicktangelegter Fallgruben. Zn diese plumpste der Bär hinein undwurde da dann erlegt.

Und noch etwas Merkwürdiges fanden die Arbeiter fastzuhinterst in dieser seltsamen Wohnung. Eines Tages stießensie dort auf eine f2 bis ein dicke Schicht von schwarzerFarbe. Sie bestand aus Kohle und angebrannten Holzresten,wie ein mächtiger schwarzer Kuchen lag sie da. Da war einstder Feuerherd des Höhlenbewohners.