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Schweizergeschichte für Bündner Schulen : von der Urzeit bis zum Dreissigjährigen Krieg / von F. Pieth
Entstehung
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l. Von der Urzeit bis zur Gründung derEidgenossenschaft.

Im Vrachenloch.

wenn du von Reichenau über den Runkelsxaß gehst,kommst du bald zu dem einsamen, aber lieblichen Bergdorfvättis. von da aus bist du in wenigen Stunden im wildenFelsgebiet der Grauen Hörner, wo die Tamina entspringt.Dort befindet sich der sogenannte Drachenberg. Zuoberst des-selben an schwer zugänglicher Stelle führt eine große Höhletief in den Berg hinein. Sie heißt das Drachenloch. Der Sagenach wohnte da einst ein grimmiger Drache, wenn er durchdie Lust schoß, sah er aus wie eine fliegende Schlange. Dieganze Gegend hielt er in Angst und Schrecken. Nach langerZeit aber wurde es dem Ungeheuer zu langweilig in demfinstern Loch, und es wagte den kühnen Flug über das Talnach dem Talanda.

Den Bewohnern von vättis war das Drachenloch längstbekannt. Aber höchst selten getraute sich jemand in den un-heimlichen Raum hinein, wo der Drache einst Menschen undTiere verspeist haben soll. vor einigen Zähren kam der Ober-lehrer von vättis zu der Höhle. Er dachte, er möchte sie dochnäher ansehen. Lr hatte gelesen und seinen Schülern schon ofterzählt, wie in uralten Zeiten auch in unserm SchweizerlandMenschen in solchen Höhlen gewohnt haben, wer weiß, sosagte er sich, ob das Drachenloch nicht auch eine menschlicheWohnung war. Gr ging vorsichtig hinein. Als er fast zu-hinterst war, grub er ein Loch in den Boden, etwa 60 ein tief.Bald kamen zerbrochene Tierknochen zum Vorschein. <Lr nahmsie mit nach Hause, verpackte sie in eine Schachtel und schicktesie einem befreundeten Gelehrten nach St. Gallen zur Unter-suchung. Dieser fand unter den Überresten bald den Schneide-