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Schweizergeschichte für Bündner Schulen : von der Urzeit bis zum Dreissigjährigen Krieg / von F. Pieth
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und Tannenholz. Sie standen in geraden Reihen, ein Pfahletwa 30 ein vom andern entfernt, dem Ufer entlang und see-wärts. Aus dem Lett zogen sie eine Menge seltsamer Dinge.Ls befanden sich darunter merkwürdig geformte Steine, Kno-chen, Zähne, Gefäße aus Ton und andere Sachen.

vielleicht hätten die Arbeiter wieder alles in den Seehineingeworfen oder zugedeckt, wenn nicht ganz in der Näheein Lehrer gewohnt und alles gesehen hätte. Der erkannte so-fort, daß das Überreste aus uralten Zeiten seien. Lr machteeiner gelehrten Gesellschaft in Zürich, die dergleichen Sachenkennt und sucht, Anzeige. Alsbald war einer der besten Alter-tumskenner zur Stelle und betrachtete staunend die gefundenenSachen. Lr sprach: „Da haben in uralten Zeiten Menschenihre Häuser in den See hineingebaut. Sie steckten mächtigeBaumstämme, wie die da, in den Seegrund. <Vuer darüberlegten sie Balken und machten so einen Boden. Auf diesemerrichteten sie dann ihre ärmlichen Lütten ohne Fenster undKamin, mit Strohdächern, die fast bis auf den Boden reich-ten. Line hölzerne Brücke verband die künstlichen Inseln mitdem Lande." Die aus dem Seegrund herausgegrabenen Werk-zeuge zeigten, daß diese Häuser zu einer Zeit bewohnt waren,wo man in unserm Lande das Metall noch nicht kannte. Manbehalf sich mit Werkzeugen aus Stein. Da lagen steinerneMeißel und Beile. Sie hatten ursprünglich wohl eine scharfeSchneide gehabt, waren aber durch den Gebrauch stumpf ge-worden. An den Beilen und Meißeln waren Handhaben vonHirschhorn. Mit solchen Steinbeilen sind auch jene pfähle zu-gespitzt worden, die im Wasser standen. Aus scharfem Feuer-stein ward die Säge hergestellt. Auch das kleine Messer unddie Pfeilspitze bestanden aus Feuerstein. Aus Sandstein mach-ten die Seebewohner Mahlsteine und Kornquetscher. GrößereSandsteinxlatten dienten ihnen als Feuerherd. An manchenwar noch Ruß zu sehen. Ls fanden sich da auch Nadeln zumStricken, Haarnadeln und Kleidernadeln aus Knochen. AuchScherben von Tongeschirren, und zwar von großen Töpfen,wurden hervorgezogen, sogar solche mit Verzierungen.