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Dichter sogar einen leisen Spott über manche Erscheinungendieses Lebens gestatten. (Lafontaine in seinen Fabeln und Mo-liere in seinen Komödien verspotteten die Torheiten der Ge-sellschaft.)
I>) Regierungsweise. Wie am Hofe, so war auch in derRegierung des Landes der König der alleinige Mittelpunkt.Nach freiem Gutdünken ernannte er die Diener des Staates(Minister, Intendanten). Feder Untertan hatte sichin allen Dingen, selbst in seiner Religion, dem Willen desKönigs zu unterwerfen.
Die französischen Protestanten (Hugenotten) wurdendurch Verbote, Strafen, Steuern und Einquartierung (Drago-naden) so gequält, daß sich die meisten äußerlich der katho-lischen Kirche unterwarfen. Schließlich hob der König dasEdikt von Nantes auf, durch das sein Großvater denHugenotten Schutz und Freiheit des Gottesdienstes gesicherthatte. Tausende fleißiger, gewerbetreibender Protestanten flo-hen aus Frankreich und fanden in der Schweiz und inDeutschland Aufnahme. (Refugianten.)
Auch die damals in Frankreich aufkommenden Fabriken(Manufakturen) mußten sich in Herstellung und Verkauf ihrerFabrikate genau an die königlichen Vorschriften halten. (Col-bert.) Dafür sorgte der König für gute Straßen und Kanäle.— Eine Volksvertretung gab es in Frankreich nicht mehr.Alle Regierungsgewalt war in den Händen des Königs ver-einigt, und nur der, dem der König einen Teil davon übertrug,hatte im Lande etwas zu sagen. (Absolutismus.)
o) Ludwigs XIV. Kriege. Das Bestreben des Königsging dahin, das Gebiet Frankreichs so abzurunden, daß es,wie man sagte, seine natürlichen Grenzen erreichte; dabei hoffteLudwig, für sich die Vorherschaft über alle Staaten Europaszu gewinnen. Es gelang ihm auch, teils durch Eroberungs-kriege (drei sogenannte Raubkriege), teils durch Besetzungvon Gebieten mitten im Frieden (Reunionen), wichtige Städte