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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen, sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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Spanien, ja durch dieSäulen des Herkules" (Gibraltar)bis nach Großbritannien und an die Gestade der Nord- undOstsee. Aus Arabien holten sie wohlriechende Spezereien,Wolle, Elfenbein, Gold und Edelsteine; aus Armenien Eisen,Stahl und Pferde; aus Persien allerlei Putzsachen; ausPalästina Getreide und Wein; aus Ägypten Linnen. Spaniendagegen gab ihnen Silber, England Zinn und das heutigePreußen den wie Gold geschätzten Bernstein. Auch gründetensie zum Zwecke des Handels die ersten Kolonien (Nieder-lassungen in fremden Ländern), so auf Cypern, Kreta undbesonders Karthago an der Nordküste Afrikas, Cadix, Malagaund Sevilla in Spanien. Ebenso wird ihnen die Erfindungdes Geldes zugeschrieben. Sicher erhielten die Griechendurch die Phönizier die Kenntnis des Alphabetes.

Ein Hund führte die Phönizier nach der Sage auf die Entdeckungdes Purpurs. Er hatte Purpurschnecken gefressen. Ein Hirt wusch ihmmit Wolle die Farbe ab und forschte nach. Bald fand er die Schnecke,erprobte die Farbe aufs neue, und die Entdeckung war gemacht. Einanderes Mal benutzten die Schiffer am Meeresufer Salpeterstiicke stattder Steine als Unterlage für die Kochgeschirre. In der Hitze des Feuersschmolz der Salpeter mit der Asche und dem Sande zu einer durchsichtigen,harten und spröden Masse zusammen. Es war Glas.

Überaus traurig dagegen stand es auch bei diesem Volkemit der Religion. Die Phönizier huldigten dem Moloch.Dieseil stellten sie unter der Gestalt eines Menschen dar mitausgestreckten Armen und einem Stierkopfe, und brachtenihm Menschenopfer. Die Statue war aus Erz geformt undinwendig hohl. Sie wurde glühend gemacht; dann wurdenihr Kinder in die Arme geworfen. Die Eltern mußten dabeizusehen und durften nicht einmal eine Thräne des Mitleidensgegenüber ihren Kindern vergießen. Oft vollzogen sie selbst dieabscheuliche Handlung. Sogar das Laster wurde von diesemunglücklichen Volke göttlich verehrt.

3. Geschichte. Seine höchste Blüte erreichte Phönizicnlooo unter König Hiram von Tyrus, der um das Jahr 1000v. Christus regierte. Später reizte sein Wohlstand die Er-oberungssucht der Nachbarvölker. Schon um das Jahr 600erlag es zum größten Teile dem König von Babylon,332Nabuchodonosor, und endlich vollends (332) Alexan-der dem Großen.