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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen, sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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Nur Karthago blieb noch bestehen. Mein bald nachdem Zerfalle des Stammlandes zogen sich die Gewitterwolkenauch über dieser Stadt zusammen.

4. Die Assyrier und HZabytonier.

1. Wohnsitz. Die Assyrier und Babylonier wohnten imStromgebiete des Enphrat und Tigris. Die HauptstadtAssyriens war Ninive; diejenige von Babylon trug denNamen des Landes.

2. Kultur. Wie die Ägypter, so glänzten auch die Assyrierund Babylonier vor allem durch ihre Bau- und Bild-hauerkunst. Babylon wurde wegen seiner Bauwerke schlecht-hin als Wunderstadt bezeichnet.

Babylon war in einem Vierecke gebaut, dessen Seiten je sechsStunden lang waren. Auf der Ringmauer konnten sechs Wagen nebeneinander fahren. Dazu kamen breite und tiefe Wassergräben, gegen 200mit Erz bedeckte Türme und 100 eherne Thore.

Die größte Merkwürdigkeit der Stadt waren die sogenanntenhän-genden Gärten der Semiramis." Diese Gärten waren Anlagen, dieterrassenförmig über einem Vierecke emporstiegen. Die erste Stufe bildetensteinerne Platten, die aus Säulen ruhten und mit Asphalt und Schilf-rohr bedeckt waren. Die Platten deckte eine zweifache Schicht von Steinen,welche mit Gips verbunden waren. Diesen folgten abermals drei Schichtendicker Bleiplatten und endlich eine Erdschichte so dick, daß die stärkstenBäume darin Wurzeln fassen konnten. Aus der obersten Terrasse war einRäderwerk, mit dem Wasser hinauf geschafft werden konnte, um die An-lagen zu bewässern. Daneben aber war Babylon ein Herd großerSittenlosigkeit und Ausschweifung, so daß diebabylonische Schlechtig-keit" sprichwörtlich geworden ist.

Ebenso trieben die Babylonier die Sternkunde. Sieberechneten die Sonnen- und Mondfinsternisse und keilten dieSonnenbahn in 360 Grade, das Jahr in Monate, Wochen,Tage, Stunden und Minuten ein.

Nicht minder war Babylon ein Sitz handeltreibenderVölker. Insbesondere hatte die Weberei in Wolle undLeinen eine hohe Stufe erreicht. Nirgends wirkte man soprächtige Teppiche in so glänzenden Farben, wie in Babylon.Man bediente sich wohlriechender Wasser, trug künstlich ge-schnittene und zu Siegelringen gefaßte Steine und Handstöcke;Färberei und Stickerei waren bedeutende Gewerbe. Auch er-fanden die Babylonier ein einheitliches Maß-, Zahl- undGewichtssystem, dessen Grundzahl 60 war.