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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen, sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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3. Kolonien. Die Griechen wetteiferten in Handelnnd Schiffahrt und besonders in der Gründung von Kolonienbald mit ihren Lehrmeistern, den Phöniziern. GriechischeKolonisten ließen sich nieder in Nordafrika, auf der InselSizilien, in Italien; ja selbst Marseille im südlichen Frank-reich soll griechischen Ursprungs sein.

4. Verfassung. Die ältesten griechischen Staaten hatteneine patriarchalische Alleinherrschaft. Der nig war Priester,Oberfeldherr und Richter in einer Person. Ihm zur Seitestand der Rat der Vornehmen. Das Volk wurde nur be-rufen, um die Beschlüsse des Rates zu vernehmen.

Bald aber wurden die Griechen der Könige überdrüssig.An ihre Stelle trat der Adel. Aus der Monarchie wurdedie Aristokratie, d. i. die Herrschaft der Vornehmen. Dochauch diese war nicht von Dauer. Das Volk, von Neid undHaß erfüllt und zugleich von ehrgeizigen Strebern aufge-stachelt, stürzte die Adelsherrschaft und setzte abermals Allein-herrscher ein. Doch nannte man diese nicht mehr Könige,sondern Tyrannen. Endlich löste die Volksherrschaft oderDemokratie Adel nnd Tyrannei ab.

Unter allen Staaten Griechenlands ragen vor allemzwei durch ihre Macht und ihr Ansehen hervor: Spartaund Athen. Beide hatten ihren eigenen berühmten Gesetz-geber, der ihnen das Gepräge gab und ihnen ihre hervor-ragende Stellung im ganzen griechischen Staatenbunde aufJahrhunderte sicherte.

2. Lykurg und Kokon,a. Lykurg.

soo Lykurg lebte um das Jahr 800 und gab den Spar-tanern ihre Verfassung. Sein Ziel war, Sparta zu einemKriegsstaate zu erheben.

^ 1. Erziehung. Lykurg drang daher auf Abhärtung

und Übung der Körperkräfte. Schwächliche Knaben wurdenkurz nach der Geburt dem Hungertode ausgesetzt. Die übri-gen erhielten vom siebenten Altersjahre an in staatlichenErziehungsanstalten ihre Ausbildung.

In diesen Anstalten wurden die jungen Spartaner geübt im Springenund Speerwersen, im Fechten und in kriegerischen Tänzen. Eine Fuß-