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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen, sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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Im übrigen gingen die Eidgenossen zur Friedenszeit mehr ihreneinfachen Beschäftigungen nach, wie das die Natur ihres Bodens erheischte.In den Gebirgsgegenden wurde Viehzucht getrieben, im Flachlande derAckerbau gepflegt. In den Städten trieben die Bürger Handel und Ge-werbe und erwarben sich dadurch großen Reichtum. So blühte in Bernund Frcibnrg besonders das Tuch- und Ledcrgewerbe, während in St. Gallender Leinwandhandel in Aufschwung kam. Auch die Zünfte fanden Ein-gang in den Schweizerstädten; so zählte Zürich deren dreizehn, Baselfünfzehn, Solothnrn elf und Schaffhansen sechs.

b. Kirche und Staat.

Um das Jahr 1309 nahm Papst Klemens V. in Avignonim südlichen Frankreich seinen Sitz. Zudem war er selbstFranzose. Die Folge war, daß der französische Hof einen zugroßen Einfluß auch auf den Papst gewann. Die deutschenFürsten dagegen fühlten sich zurückgesetzt. Das Ansehen derPäpste nahm ab. Endlich nach 70 Jahren (die babylonischeGefangenschaft der Päpste) kehrte Gregor XI. wieder nachRom zurück. Doch war damit die Wunde, welche diese Ver-bannung der Christenheit geschlagen, noch nicht geheilt. Frank-reich wollte jetzt natürlich den Papst auch nicht mehr preis-geben. So kam es, daß bei der nächsten Papstwahl Parteienentstanden und zwei Päpste gewählt wurden. Ja, später kamsogar noch ein dritter dazu. Erst das Konzil von Konstanzstellte, wie wir gehört, die Einigkeit wieder her.

Noch verderblicher beinahe wirkte der Einfluß, den indieser auch die italienischen Adelsfamilien aus diePapstwahl hatten. Dadurch gelangten nämlich mehr als ein-mal Unwürdige zur höchsten Stelle der Welt.

Manche Bischöfe, besonders diejenigen, welche zugleichReichsfnrsten waren, mischten sich zu sehr in weltliche An-gelegenheiten und vergaßen darob ihre ersten und heiligstenPflichten. Die gewöhnlichen Priester waren meistens sehrarm und mußten den Unterhalt durch Handarbeiten ver-dienen. Die Klöster wurden mehr als Versorgungsanstaltenfür jüngere Söhne und Töchter von Fürsten und Adeligen,denn als Heilstätten für die Seelen betrachtet.

Doch gab es auch damals große und berühmte Päpste,wie Martin V., Eugen IV., Nikolaus V.; ebenso heilige Bischöfeund Priester. Für den frommen Sinn des Volkes zeugen diezahlreichen, herrlichen Kirchenbanten aus eben dieser Zeit.