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Auch war dasselbe, wenigstens in religiösen Dingen, im all-gemeinen genügend unterrichtet. Die Bibel war in deutscherSprache in verschiedenen Ausgaben vorhanden schon vor derErfindung der Buchdruckerkunst. Namentlich waren unterdem Volke auch damals schon die Ausgaben einzelner Teileder Bibel, wie z. B. der Psalmen, der Evangelien u. s. w.bekannt und beliebt.
Mit der Kirche büßten auch die weltlichen Fürsten selbstzum Teil ihr Ansehen ein. Insbesondere artete der einst sogeachtete Ritterstand in ein völliges Raubrittertum aus, unddie stolzen Burgen und Zinnen, einst die Zierde und derSchutz, des Landes, wurden ein Schrecken der Kaufleute unddes ruhigen Bürgers.
Die Schweizer lebten im ganzen sehr einfach. DieHäuser aus dem Lande waren aus Holz gebaut und meistensnur einstöckig. Nur in den Städten fand man allmählichauch Steinbauten. Ebenso einfach war in der Regel die in-nere Ausstattung. Eine lange Bank und ein gemeinsamerTisch waren oft die einzigen Stnbengeräte. Die Kleidungwurde aus Hanf und Wolle selbst gesponnen und gewoben.(Vergl. die Erzählung von der Königin Bertha.) Die Nahrungbestand meistens aus Milch und den eigenen Erzeugnissenihres Gartens und Ackerbaues.
Schlimmer wurden die Dinge nach den Burguuderkriegeuund zur Zeit des „Reislausens". Denn jetzt war Geld imÜberfluß vorhanden. Mit dem Anwachsen des Reichtumsaber schwand die Liebe zur Arbeitsamkeit und an Stelle deralten Einfachheit traten Luxus und Klciderpracht, an Stelleder friedlichen Beschäftigung der Hang zu Festen und Ver-gnügungen oder auch zu Raubzügen und Plünderung. EineMenge Verordnungen aus jener Zeit bestimmt darum auchauf das genaueste, wer Gold und Perlen, Silber, Samtund Seide tragen dürfe oder nicht, wie lang die Schuh-schnübel und Röcke sein dürfen; wie viel monatlich ein Adeliger,wie viel ein Bürgerlicher verspielen, wie viele Schüsseln beiHochzeiten oder Kindstaufcn dieser oder jener Stand auf-setzen dürfe u. s. w.
So erließ z. B. auch der Rat von Zürich im No-vember 1488 nachstehendes Sittenmandat: