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Geschichtslehrmittel für Sekundarschulen / von Robert Wirz ; in Verbindung mit H. Gubler
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sich immer auf das Parlament, was dessen Ansehen ungemeinstärkte. Die Stuarts aber folgten dem Zuge der Zeit, Schon KönigJakob I. erklärte, er sei König von Gottes Gnaden und stehe überGesetz und Parlament. Religiöser und politischer Zwang machtenden Andersdenkenden das Leben unerträglich.

Karl I. Noch rücksichtsloser gebärdete sich sein Sohn Karl I.Ei- erhob ungesetzliche Steuern, löste die Parlamente auf, die ge-gen seine Willkür Stellung nahmen, und warf die widerstrebendenFührer und Beamten in den Kerker. Schließlich regierte er jahre-lang ohne Parlament, Ebenso scharf war der religiöse Druck. Dieschweren Verfolgungen trieben die Puritaner zur Verzweiflung.Als sogar Schottland die halbkatholischen, englischen Kirchen-bräuche aufgezwungen werden sollten, griffen die Schotten zuden Waffen und fielen in England ein. Dem König fehlten dieMittel, ein Heer auszurüsten. Da es ihm zu gefährlich schien, demVolke neue, gesetzwidrige Steuern abzupressen, mußte er in derNot das Parlament wieder einberufen. Doch zeigten sich sofort diealten Gegensätze. Als das Parlament mit der königlichen Tyranneigründlich aufzuräumen begann, brach der offene Bürgerkrieg zwi-schen Parlament und König aus. Zunächst war der König, aufdessen Seite hauptsächlich der waffenkundige Adel und die Katho-liken standen, im Vorteil; schließlich aber unterlag er dem Parla-mentsheere, das aus glaubenseifrigen puritanischen Bauernsöhnengebildet worden war.

3. Cromwells Republik. Die Hinrichtung des Königs 1649.Der glückliche Ausgang des Krieges war das Verdienst OliverCromwells. Dieser, ein begüterter, aber einfacher Landedelmann,war im Parlamente ein eifriger Wortführer der Puritaner. Als die zu-sammengewürfelten Soldtruppen des Parlamentes sich nicht bewähr-ten, .schuf er aus der puritanischen Landbevölkerung ein tapferesHeer, besonders eine leistungsfähige Reiterei. Es war seinem Führerblind ergeben und warf mit wildem Ungestüm alle Feinde nieder.Doch brachte der Sieg noch keinen Frieden. Während das Parlamenteinen Ausgleich mit dem König suchte und eine calvinische Kirche,ähnlich der schottischen, anstrebte, verlangte das Heer die Repu-blik und völlige Freiheit in Glaubenssachen. Es weigerte sich aus-einander zu gehen, bemächtigte sich des Königs und reinigte aufBetreiben Cromwells mit Waffengewalt das Parlament von allenGegnern. Dem König, der ein unehrliches Spiel mit beiden Par-