Band 
Erster Teil. Altertum und Mittelalter.
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3. Dualen. Die Dualen, die man gegen die VekennerChristi anwandte, waren ausgesuchte.

So wurden sie z. B. unter Nero in Säcke gebunden, von Hundenzerrissen, mit Pech bestrichen und als Fackeln verbrannt. Über die Ver-folgung des Diocletian erzählt Eusebius von Cäsarea, als Zeitgenosse,teilweise sogar als Augenzeuge: „Es war das 19. Jahr der Regierungdes Kaisers Diokletian, als die Anordnungen dieses Fürsten auf der ganzenErde verkündigt wurden, „daß alle Kirchen, sie mögen wo inimer sein,dem Boden gleich gemacht und die heiligen Schriften verbrannt werdensollen. So jemand ein Ehrenvorrecht genießt, soll er dessen verlustig sein.So einer aus den Sklaven ein Christ bleiben wolle, könne er künftighindie Freiheit nicht mehr erlangen". Bon da aber hat die Flamme ihrenAnfang genomnien und in dem Volke und in dein Priestertum einen all-gemeinen Brand angezündet; darum ist es nicht möglich, die Zahl dereranzugeben, welche beinahe täglich in allen Städten und Provinzen denMartertod gestorben sind.

In denselben Tagen aber brannte zufällig auch ein Teil des Pa-lastes zu Nikomedien ab, und der Kaiser ließ sich vom falschen Argwohnverleiten, zu glauben, derselbe sei von den Unseligen angezündet worden.Bon nun an wurde er mit unbeschreiblichem Ingrimm erfüllt, ließ alleUnsrigen haufenweise zusammentreiben und teils durchs Schwert hinrichten,teils im Feuer verbrennen. Als aber das grausame Wüten den Zuschauernselbst zu schrecklich wurde, da fuhren die Knechte der Greuel hinaus aufshohe Meer und schleuderten dort die im Glaubensbekenntnisse standhaftVerharrenden in die Tiefe der Fluten.

Gleichzeitig aber war auch in den Kerkern Syriens kein Raum mehrzu finden, so daß es schien, als seien nicht so sehr Schuldige in die Ge-fängnisse abgeführt worden, sondern vielmehr ganze Städte in die Kerkergewandert. Da hingen die Ketten, welche für die Mörder, Giftmischerund Grabschänder gemacht worden waren, nun um den Hals der Bischöfe,der Priester und der Leute aus allen Stünden, so daß für die Verbrecherkeine Fesseln mehr übrig waren und auch kein Ort in den Gefängnissenmehr leer stand.

In Palästina aber und in Tyrns, — ich erzähle hier, was ich miteigenen Augen gesehen habe, — wurden die verschiedensten Arten derPeinigung auf einander folgend angewendet. Zuerst wurden die Bekenneram ganzen Leibe mit Akuten zerfleischt, darnach zu den wilden Tierengesperrt; man hatte die Löwen, Bären, Pantertiere, überhaupt alle wildenTiere, auch Eber, ja sogar Stiere gereizt, wozu noch das Wüten mit Feuerund Schwert kam. Dazu nun wurden die Diener Gottes ganz entkleidet,mitten auf den Kampfplatz gestellt; die Bestien in ihren Zwingern werdennoch vorsätzlich zur Wut aufgestachelt und so stürzen sie wütender, als sievon Natur sind, aus ihren Käfigen hervor. Auf einmal erfüllen sie dieRennbahn (Cirkus) und umgeben die Schar der Märtyrer, welche in ihrerMitte ist. Sie gehen mehrmals herum und mustern sozusagen, und dasie spüren, daß eine göttliche Kraft als Wache bei ihnen ist, gehen sie weitvon ihren Leibern weg. Da müssen diese abgesandt werden, deren Geschäftes ist, die Bestien zur Wut gegen sie aufzustacheln; aber jetzt zerreißendiese die Hetzer mit einer unglaublichen Schnelligkeit. Da wurde den