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Doch war dieses damals noch ein gar rauhes und unwirtliches Land.Endlose Wälder und Sümpfe bedeckten dasselbe, und Auerochsen, Barenund Wölfe waren noch die Gefährten der Menschen. Der Reichtum deralten Germanen bestand in Viehherden. Doch wurde auch der Ackerbaunur spärlich betrieben. Die Lieblingsbeschäftigung der freien Männer warJagd und Krieg. Die Bestellung des Feldes und die Pflege des Viehesblieb den Frauen und Sklaven überlassen. Städte gab es gar keine, undauch Dörfer sah man nur wenige. Denn das Haus des Germanen solltenach allen Seiten hin freistehen. Darum baute er meistens ein einzelnesGehöfte inmitten seiner Güter.
2. Charakter. Wie das Land, so war auch das Volkim allgemeinen roh. Doch zeichneten Tapferkeit, Keuschheit,Treue im Halten der Versprechen, Gastfreundschaft und Re-ligiosität die alten Deutschen aus. Dagegen waren sie demStreite, dem Würfelspiele, dem Trunke und dem Müßiggängeergeben. Raubziige gegen fremde Länder und Völker galtenals erlaubt und ehrenvoll. Dabei rühmen sie die Römerals wahre Riesengestalten mit blauen Augen und blondemHaare.
2. Religion. Die alten Deutschen huldigten gleich denmeisten alten Völkern natürlich der Vielgötterei. Ihr obersterGott war Wodan, als der Gott des Himmels und desWindes, dessen Macht sich im Sturme äußerte, wenn er mitseinen Genossen znr Jagd auszog. Donar war der be-sonders verehrte Volksgott, der Donnergott, der den befruch-tenden Regen sandte und mit seinem Hammer einschlug. Daherwurde er auch der Schnhgeist des Hauses und der Pflege desAckerbaues. Als Kriegsgott galt Ziu. Freya war die Göttinder ehelichen Liebe. (Daher stammen auch die Namen der Wochen-tage: Dienstag, Donnerstag und Freitag.)
Ebenso glaubten die Germanen auch an die Unsterblichkeit. Dochstellten sie sich diese ebenfalls mehr als ein sinnliches, denn als ein geistigesFortleben vor. So wurden nach ihrem Glauben die Helden, die im Kampfefielen, von Schlachtjungfrauen in die hundertthorige Himmeleburg des Wo-dan, die „Walhalla", geführt, wo sie ewig jung blieben, während die Bösenin das Reich der Schatten versenkt wurden.
Als Halbgötter endlich wurden die Riesen, Zwerge, Berggeister,Kobolde, Wassernixen und Elfen verehrt. (Vergl. „Nibelungenlied" v.1520; die Schwanenjnngfrau in der „Kndrun" und der „Erlkönig" vonGöthe.)
Später wurden einzelne Gottheiten auch zu Helden oder Heldinnengestempelt (Siegfried und Brunhilde) oder erhielten sich im Märchen(Dornröschen).
Die Verehrung der Götter geschah ebenfalls, wie bei den andern