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von Gold und Edelsteinen; selbst die Schuhe waren alsdann mit Edel-steinen besetzt.
In seinen Reden verband Karl mit der Fülle der Gedanken einengroßen Reichtum an Worten und eine hohe Gewandtheit in der Sprache;alles, was er wollte, vermochte er auf das klarste und bestimmteste aus-zudrücken. Die Muttersprache allein genügte ihm nicht; er gab sich auchMühe, fremde Sprachen zu erlernen, und unter diesen machte er sich dielateinische Sprache in so hohem Grade zu eigen, daß er sich ihrer in seinenReden mit derselben Leichtigkeit bediente, wie der Landessprache, die grie-chische jedoch konnte er besser verstehen, als sprechen. Die freien Künsteschätzte er mit besonderer Borliebe und betrieb sie mit großem Eifer; dieLehrer derselben überhäufte er mit Ehren. Anch lernte er die Rechenkunstund erforschte mit geschickter Beobachtung und mit einer Art von Neugierden Lauf der Gestirne. In seinem hohen Alter versuchte er noch dasSchreiben zu lernen und Pflegte zu diesem Zwecke Täfelchen und Blätterbei sich im Bette unter dem Kopfkissen zu haben, um in jeder freien Zeitdie Hand in der Nachbildung der Buchstaben zu üben; aber diese so spätangesungene Mühe hatte wenig Fortgang. Ferner ließ er alte Lieder,worin die Thaten und Kriege früherer Könige besungen waren, ausschrei-ben und lernte sie auswendig.
Die christliche Religion, worin er von Kindheit an unterrichtetworden war, ehrte er tief im Herzen und hielt sie mit der innigsten An-dacht und strengsten Gewissenhaftigkeit. Die Kirche besuchte er morgensund nachmittags, oft anch, wenn es seine Gesundheit zuließ, in den nächt-lichen Stunden. Von heiligen Gesäßen aus Gold und Silber, sowie vonPriesterlichen Kleidungen schaffte er eine solche Menge an, daß selbst dieThürhüter ihre eigene Kirchenkleidnng hatten. Ebenso verbesserte er fleißigden Gesang und die Weise des Vorbetens. In der Unterstützung derArmen war er unermüdlich und übte sie mit frommer Demut. l )
1. Karls Plan. Karls des Großen Plan war: alledeutschen Stämme des Abendlandes zu einem Reichezil vereinigen und zwar unter dem Banner desKreuzes, d. h. im Dienste des Christentums.
2. Kampf mit den Sachsen. Da aber stellten sich ihinvor allem die Sachsen entgegen, die noch Heiden waren undals halbe Nomadenvölker lebten, jeder Kultur und Bil-dung bar. Oft fielen sie sogar in wilden Raubzügen in dasGebiet der Franken ein, zerstörten ihre Dörfer und Burgen,Tempel und Altäre und töteten die Priester, die Karl ihnenals Missionäre gesandt, oder führten sie gefangen mit sichfort. Besiegt, heuchelten sie Unterwerfung. Doch kaum warendie Truppen abgezogen, so brachen jene auch sofort wiederden Eid der Treue. Da ließ Karl, der endlosen Abmacbnug
*) Sons, Lesebuch I. T.