Band 
Erster Teil. Altertum und Mittelalter.
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53 Feldzüge hatte Karl der Große geführt. Dafür um-faßte sein Reich jetzt alle Lande von der Elbe im NordenDeutschlands bis zur Tiber in der Mitte Italiens, und vomEbro in Spanien bis zur Raab in Ungarn. Was nochfehlte zum Glanz des alten Roms, das war die Kaiserkrone.

8 . Karls Kaiserkrönung. Doch nein! Denn bereits am 800Weihnachtsfeste des Jahres 8 00 ward ihm durch PapstLeo III. beim feierlichen Gottesdienste in der Peterskirche zu Romauch diese zu teil. Das aber ging so zu: „Der König Karlging an diesem Tage in die Kirche und war vor dem Altarzum Gebete niedergckniet, als der Papst ihm eine Kroneaufs Haupt setzte und die anwesenden Römer riefen: „Lebenund Sieg Karl, dem frömmsten Augustus, dem von Gott ge-krönten, großen und friedfertigen Herrscher!", worauf derPapst sich vor ihm beugte und ihm feine Ehrfurcht bezeugte.

So ward Karl durch den Ruf aller zum Kaiser der Römererhoben, und der Papst selbst salbte ihn und feinen ausge-zeichneten Sohn Pipin, König von Italien, mit dem heiligenÖle und Karl gab den Kirchen in Rom glänzende Geschenke."

Die weltgeschichtliche Bedeutung dieser Kaiser-krönung aber liegt darin, daß dadurch: 1. Das abend-ländische Kaisertum, daß 476 mit dem alten Rom insGrab gesunken war, wieder erneuert wurde; 2. Karl derGroße für sich und seine Nachfolger der besondere Beschützerder Kirche und der abendländischen Christenheit zu seinversprach, und 3. auch als weltlicher Herrscher unter denFürsten des Abendlandes wenigstens einen gewissen Ehren-vorrang behauptete.

9 . Karl als Regent. Karl war indessen nicht bloß eintapferer Feldherr und Krieger, sondern auch ein ebenso tüch-tiger Gesetzgeber und Berwalter seines Reiches.

So teilte Kort zunächst das ganze Reich in Provinzen, Gaue oderBezirke ein. An der Spitze jedes Gaues stand ein Statthalter oder Gau-graf. Dieser handhabte Recht und Gerechtigkeit, zog die Steuern undAbgaben ein und führte seine Mannschaft auch im Kriege an. Lagen dieProvinzen an den Grenzen oder „Marken" des Reiches, so hießen sieMarkgrasschasten und ihre Statthalter, die Markgrafen, waren mit nochgrößeren Vollmachten ausgestattet.

Auch gab Karl seinem Volke von Anfang an geschriebene Gesetze.

Doch erließ er anch diese nicht nach Willkür. Vielmehr ivnrde jedes Jahrim Frühling eine Reichsversammlung abgehalten, an der sich die Großen