Band 
Erster Teil. Altertum und Mittelalter.
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länglichen Viereck erbaut, und in mehrere (gewöhnlich drei) Schiffe geteilt.Das Mittelschiff überragte die übrigen. Die Decke war flach. Aus derBasilika entstand der romanische Stil, dessen Kennzeichen die Rundbogenan Thüren und Fenstern sind. Jetzt war vor allen der gotische Stil be-liebt, d. h. an Stelle des Rundbogens trat der Spitzbogen. MächtigeTürme, schlanke Säulen, mauerschützende Strebepfeiler, hohe Fenster mitreichem Maßwerke und oft auch mit sarbenprächtigeu Glasgemälden ge-ziert, sollten dabei Her; und Auge des Beschauers möglichst zum Himmelweisen. In diesem Stile sind z. B. erbaut die Dome zu Paris, Reims,Köln, Straßburg und Wien, das Münster iu Basel u. s. w. Immermehr wendet sich auch die Gegenwart, namentlich bei Kirchenbanten, wie-der dieser Bauart zu.

14. Die deutschen Könige aus verschiedenen Käufern vonAudolf von Kaösönrg öis zum Fode Maximilians I.

(1273-1519.)

Neunzehn Jahre hatte Deutschland sozusagen keinen Königmehr; denn die Gegenkönige dieser Zeit hatten kein Ansehen.

Es war in der That eine „Zwischen Herr schuft", ein In-terregnum, die Zeit des Faustrechtes, in welcher nur dieMacht und die Gewalt regierten.

1. Rudolf von Habsburg. Endlich konnten sich die Fürstenwieder einigen. Auf den Thron stieg im Jahre 1273 sener 1273Schweizergraf Rudolf von Habsbnrg (1273—1291), vondessen Geschlecht wir soeben erzählt haben. Nur einer derWahlfürsten versagte ihm die Huldigung; es war KönigOttokar von Böhmen. Doch auch diesen zwang schließlichRudolf zur Anerkennung. Immerhin war er und seine Nach-folger überzeugt, daß sie sich auf die Gunst der Fürsten nichtverlassen durften. Ein jeder suchte darum vorab seine eigeneHausmacht zu vermehren. Auch nach Ottokars Tod gingalso nur Böhmen auf dessen Sohn über; die österreichischenLande dagegen gab Rudolf seinen Söhnen zu Lehen. Damitlegte er zugleich den Grund zu der später so berühmt gewor-denen und bis heute fortlebenden habsbnrgisch-österrei-chischen Monarchie.

Übrigens war Rudolf ein trefflicher Regent und mitRecht wurde er deshalb auch schon von seinen Zeitgenossender Wiederherstellet' des Deutschen Reiches genannt.Insbesondere machte er dem Raubrittertum ein Ende.

So ließ er z. B. in Thüringen allein 29 solcher Wegelagerer