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Auch wurde eine eigene päpstliche Nuntiatur (päpst-liche Gesandtschaft) in der Schweiz errichtet, welche den Ver-kehr zwischen den katholischen Lrten und dem Papste vermittelte.
9. Die politischen Folgen der Trennung. Die Trennungder Eidgenossenschaft in zwei konfessionelle Lager war vondieser Zeit an vollzogen. Reformierte und katholische Ständehatten nunmehr sogar ihre eigenen Tagsatzungen, gegen welchedie allgemeine Tagsatzung in den Hintergrund trat. DieselbeTrennung trat in der Folge auch bei einzelnen Kantonenein, so stammt z. B. die heute noch bestehende Trennungdes Kantons Appenzell in Außerrhoden und Jnuerrhvdenaus eben jener Zeit. Wer in Jnnerrhoden reformiert seinwollte, der mußte nach Außerrhoden wandern und umgekehrt;das Vermögen aber, der Inhalt des Zeughauses u. s. w.wurde geteilt. Ähnliches geschah in St. Gallen und Tablat.
Am meisten Schwierigkeiten boten für die Regierungvon nun an natürlich die Unterthanenländer und die ge-meinen Herrschaften.
4 Der Dreißigjährige Krieg.
( 1618 — 1648 .)
a) Die Ursachen.
1. Der Religionsfricde zu Augsburg. Im Jahre 1555 1555hatten die Katholiken und Protestanten in Deutschland denRcligionsfrieden zu Augsburg geschlossen. Doch im stillenbrannte das Feuer der Zwietracht weiter. Insbesondere bot
der Grundsatz, nach welchem die Fürsten und Landes-herren auch über die Religion ihrer Unterthanenentscheiden konnten, immer wieder Anlaß zu Reibereien.
2 . Union und Liga. So schlössen 1608 die Prote- >608stauten wieder die „protestantische Union" unter der LeitungFriedrichs IV. von der Pfalz. Ihr gegenüber trat 1609
die „katholische Liga", an ihrer Spitze Kurfürst Maximi-lian von Bayern. Ein Windzug — und die loderndeGlut mußte aufs neue in helle Flammen ausbrecheu!
3. Der Majestätsbrief. Die Gelegenheit bot sich. ZurBeruhigung der Protestanten in Böhmen hatte nämlichKaiser Rudolf U. den sogen. Majestätsbrief erlassen. Nach