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Zweiter Teil. Die neuere und neueste Zeit.
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Zudem ließ er sich verleiten, sich mehr nach Süden, nachder Ukraine, statt direkt nach Moskau zu wenden. DerWeg dahin aber führte durch unermeßliche Sümpfe undWälder. So litt Karls Heer schon gewaltig unter Kälte,Hunger und Krankheiten, so daß es auf 20,000 Mann zu-sammenschmolz.

1709 Endlich kam es zur Schlacht bei Poltawa (1709).Peter siegte, und Karl mußte nun sogar bei den TürkenSchutz und Hilfe suchen.

Freilich gelang es ihm hier noch einmal, den Sultanzu einem Zuge gegen die Russen zu bewegen. Doch durchVerrat des türkischen Oberanführers, d. i. des Großveziers,mißlang dieser und ein zweites Mal wollte auch der Sultandas Glück nicht mehr versuchen.

Überdies fingen, seiner langen Abwesenheit müde, nunauch die Schweden selbst noch an, eigenmächtig mit den Russenzu verhandeln. In einem ununterbrochenen Ritte von 14Tagen kehrte also Karl über Wien nach Stralsund zurück,den Frieden zu vereiteln. Da fand er im Kampfe um Nor-wegen bei der Belagerung von Friedrichshall den Tod (1718).

l?2i Rußland aber behielt im Frieden zu Nystadt (1721)die von ihm erbeuteten Ostseeproviuzen Jngermanland, Esth-land und Finnland. Auch im Süden reichte seine Herrschaftbereits bis zum Schwarzen Meere.

5. Petersburg. Unterdessen aber hatte Peter an derAusmündung der Newa in den Finnischen Meerbusen auchdie neue Stadt Petersburg angelegt und sie auch sogleichreich bevölkert, indem er einem Teil des Adels und des Volkeseinfach befahl, dorthin zu ziehen.

6. Peters Tod und seine nächsten Nachfolger. So starbPeter ruhmgekrvnt und unter dem Beinamen „der Große"

1725 (1725). In seinem Privatleben freilich ist er weniger nach-ahmenswert, da er ein gewaltiger Schnapskvnsument undzugleich sehr grausam gegen seine eigene Familie war.

Ihm folgten in 37 Jahren nicht weniger als drei Kai-ser und drei Kaiserinnen auf dem Throne von Rußland.Erst Katharina II. (1762—1796) trat wieder in seine Fuß-stapfen ein.