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um den Besitz Schlesiens sogar drei Kriege zu fährenhatte und zwar die beiden ersten gleichzeitig mit dem Kriegegegen Bayern und Frankreich (1740—1745). Dabei mußtesie im Frieden zu Breslau thatsächlich auf den größtenTeil Schlesiens, d. i. die jetzige preußische Provinz Schlesien,zu Gunsten Friedrichs verzichten.
Das aber war ein harter Schlag für Österreich undzehn Jahre später verband sich daher Maria Theresia mitRußland, Frankreich und Sachsen, um Friedrich die Beutewieder zu entreißen. In Rußland herrschte eben Katha-rina II., in Frankreich Ludwig XV., der zwar vorher selbstgegen Theresia gekämpft hatte, sich aber vielfach ebenfallsvon einem Weibe regieren und so auch zu diesem Kriegeverleiten ließ. Spottweise nannte ihn deshalb Friedrich auchschlechthin den Krieg gegen die „drei Weiber." In der Ge-schichte heißt er der dritte schlesische oder nach seiner Dauerauch der Siebenjährige Krieg (1756—1763).
Doch trotz aller Bündnisse behielt Friedrich die Ober-hand. Freilich hatte er dabei auch manche heiße Schlachtverloren, so bei Kollin gegen die Österreicher, bei Großjägern-dorf gegen die Russen und wieder gegen die vereinigten Mächtebei Kunersdorf, wo er fast das ganze Heer einbüßte. Dochlag er nie vollständig darnieder. Immer wieder raffte ersich auf und hatte so auch nicht minder zahlreiche und herr-liche Siege seiner Waffen zu verzeichnen. So schlug er beiPrag, Leuthen, Liegnitz und Torgau die Österreicher, beiRoßbach und Crefeld die Franzosen und bei Zorndorf dieRussen. Im Frieden endlich zu Hubertsburg (1763) mußteihm Schlesien neuerdings überlassen werden. Preußen aberwar jetzt in der That, was er gehofft hatte, die fünfte Groß-macht und er selbst der angesehenste Fürst Europas.
d Friedrich als Regent. Allerdings hatte dabei auchdieser Krieg, wie der Dreißigjährige, unsägliches Elend überdie deutschen Gaue und speziell über Preußen gebracht. DochFriedrich war auch ein ebenso guter Regent als Feldherr.
Friedrichs II. Grundsatz war im Gegensatze zu Ludwigs XIV.: „Ichbin des Staates erster Diener." Insbesondere sorgte Friedrich nach demitriege für die Landwirtschaft. Um dem Ackerbau anfzuhelsen, ließ erdas Getreide, das für den nächsten Feldzng angekauft war, als Saatkornunter die verarmten Landleute verteilen und die für die Artillerie und
1763