Band 
Zweiter Teil. Die neuere und neueste Zeit.
Seite
60
JPEG-Download
 

— (iO —

für die Würmer, gleich dem Einbande eines alten Bnches, aus welchemder Inhalt herausgenommen, Vergoldung und Aufschrift iveggelassen ist.Doch wird das Werk wieder erscheinen in einer neuen zierlicheren Ausgabe,durchgesehen und verbessert vom Verfasser."

5. Die Verfassung. Jeder der Staaten bildet seitdemeine eigene Republik, alle zusammen aber machen deil Bun-desstaat aus. An der Spitze desselben steht der Bundes-präsident. Diese Gesetzgebung wird vom Kongresse ausge-übt. Dieser hinwiederum wird gebildet aus dem Senatund aus den Repräsentanten. In den Senat sendet jedesLand zwei Mitglieder, die Zahl der Repräsentanten dagegenwird bestimmt durch die Bevölkerungszahl der einzelnenStaaten.

Kutturgeschichtkiches aus der Meuzeit.

I. Im allgemeinen.')a) Künste und Wissenschaften.

t. Die Buchdruckerknnst. Bis dahin waren wissenschaftliche Werkemeist nur in wenigen, sehr teuren Abschriften vorhanden. Nur Klöster,größere Städte und Universitäten waren deshalb 'in der Regel auch imBesitze einer Bibliothek. Jetzt, nach der Erfindung der Bnchdrncker-knnft, wurden die Bücher natürlich billiger erstellt. Auch der gemeineMann konnte daher solche künftig leicht erwerben und sich damit den Wegzur Wissenschast bahnen.

2. Tic Lateinschulen. Auch wurden infolge der wiedererwachendeuhumanistischen Studien fast in allen größeren Städten und Dörfern soge-nannte Lateinschulen (eine Art Gymnasium) gegründet. Ebenso war derneu gegründete Jesuitenorden hauptsächlich auf dem Gebiete derSchule thätig.

3. Die Universitiiten. Zwischen der Mitte des vierzehnten Jahr-hunderts und dem Beginne der kirchlichen Spaltung wurden in Deutsch-land nicht weniger als fünfzehn Universitäten errichtet. Maxmilian I.,der selbst über eine wissenschaftliche Bildung verfügte, erließ an alle Kur-fürsten die dringende Mahnung, in ihren Ländern Universitäten zu grün-den. Im Lehrkörper bildete der Kanzler das Haupt. Die Studienleiteten die Rektoren, die Verwaltung der Fakultäten blieb deren ältestenLehrern, den Dekane». Die Lehrer, gewöhnlich geistlichen Standes, mußtenvon ihren Amtsbrndern gewählt werden. Die Professoren lebten mitihren Schülern zusammen, von deren Geldern sie gewöhnlich abhängigwaren, in den der Hochschule gehörenden Häusern. Diese „Bnrsen" ge-nannt, lieferten auch das Stainmwort für den fröhlichen Burschen.

Sehr jung, fast noch im Kindesalter, meist zwischen dem zwölftenund fünfzehnten Lebensjahre bezog man die Hochschule. Immerhin

Bergt. Günther, Deutsche Kulturgeschichte. Sammlung Göschen.