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waren auch gereifte Männer auf den Bänken der Hörsäle keine selteneErscheinung.
Eigentümlich war den Studenten dieser Zeit ihre großartige Wander-lust, die ihnen auch den Titel „fahrende Schüler" eintrug. Auch mußtenStudenten und Professoren ihren Lebensunterhalt meistens durch Neben-beschäftigungen gewinnen. So trieb z. B. Thomas Platter, der Vorsteherder Lateinschule in Basel war, das Seilerhandwerk und hielt zugleich Vor-lesungen über die hebräische Sprache. Später versuchte er sich auch alsBuchdrucker.
Der Dreißigjährige Krieg hatte natürlich zunächst auch fürdie Wissenschaft die schlimmsten Folgen. Doch heilte die Zeit bald auch dieseWunden wieder.
4. Volksbücher und Zeitungen. Zu den sogenannten Volksbüchernjener Tage gehörten besonders Sammlungen von Erzählungen, Schwän-ken und Sagen. Die Vorliebe des Zeitalters für geschichtliche Bericht-erstattungen zeigt sich in einer Reihe von Chroniken von Ländern undStädten, sowie in wirklichen Darstellungen allgemein geschichtlichen Cha-rakters. Die großen Entdecknngen der seefahrenden Völker wurden denDeutschen durch reichhaltige Reise- und Weltbeschreibnngen vermittelt.Über die Ereignisse der Zeit selbst berichteten unzählige, meist mit rohenAbbildnngen versehene Flugblätter, die „Zeitungen". Die Zeitungenerschienen gegen Ende des 16. Jahrhunderts schon in fortlaufenden,vierteljährlichen und selbst monatlichen Nummern. Im Beginne desDreißigjährigen Krieges (1609) kam zu Straßbnrg sogar eine Wochen-zeitnng heraus, der bald das Frankfurter Journal und die MagdeburgerZeitung folgte. Während des Krieges erhielt das Lesebedürfnis reichlichsteNahrung durch eine Unmasse von Flugblättern.
Nach dem großen Kriege, in der sogenannten Anfklärungsperiode,kamen zu den Zeitungen noch die Zeitschriften.
5. Die Sprache und Litteratur. Die Sprache selbst ging all-mählich, besonders durch Luther aus dem Mitteldeutschen in das Neuhoch-deutsche, die Schriftsprache über. Die deutsche Dichtkunst selbst lag zu An-fang dieser Periode noch sehr darnieder. Dagegen glänzten in Italien Tor-qnato Tasso und in England Shakespeare. FrankreichsLitteratnr blühte,wie angedeutet wurde, besonders zur Zeit Ludwig XIV. Dagegen warenHerder, L e s s i u g und K l o p st o ck Zeitgenossen Friedrichs II. vonPreußen, und ihnen folgten Goethe und Schiller gegen Ende des18. Jahrhunderts.
6. Die Musik. Als Meister der Musik sind aus dieser Zeit zunennen Haydn (1732—1808),Mozart (1756—1791), von Beethoven(1776—1827). Auch sanken gegen Ende des 17. Jahrhunderts die Or-geln fast überall Eingang. Aus dem kirchlichen Musikinstrumente ent-stand das Klavier (1799). Für die Hausmusik lieferte Tirol vorzüg-liche Geigen. Am meisten gepflegt wurde um diese Zeit das Flötenspiel.
7. Die Malerei. In Italien schufen Raphael (Madonna), MichelAngela (Jüngstes Gericht) und Leonardo da Vinci (Abendmahl), undebenso in Deutschland Albrecht Dürer und Lukas Kran ach unsterb-liche Werke der Malerei.