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So erhoben sich schon 1790 die Unterwalliser gegen 1790ihre Herren im Oberwallis, denen sie seit den Burgnnder-kriegen Gehorsam schuldeten, errichteten Freiheitsbäume undvertrieben die Landvögte. 1791 gärte es abermals im 1791Waadtland, wo besonders der Advokat Cäsar Laharpe imSinne der Revolution thätig war. 1792 lehnte sich Prun- N92trut gegen den Bischof von Basel aus und verkündete dieranrakische Republik. Doch wurde diese kurz darauf zu Frank-reich geschlagen. In Zürich verbanden sich 1794 die Ge- 1794meinden am See, um von der Regierung gleiche Rechte mitder Stadt und vor allem Gewerbefreiheit zu verlangen.
Endlich brachen auch Unruhen in den Landen des Abtesvon St. Gallen aus. Hier hätte man es wohl am wenig-sten erwartet. Denn eben hatte ja Abt Joseph 1718 mitden aufrührerischen Toggenburgern den Frieden zu Rorschachgeschlossen und Cvlestin II. unter den Segnungen dieses Frie-dens die herrliche Stiftskirche und den reichgeschmückten Bi-bliotheksaal erbaut. Ja eben hatte Abt Beda Angehrvon Hagenwil noch im Teuerungsjahre 1771 seine Unter-thanen mit Getreide versehen, hatte in Rorschach das Korn-haus fertig eingerichtet und zur Erleichterung des Verkehrsdie große Staatsstraße von Wil über St. Gallen bis Staadangelegt.
Aber mit dem Feuer seiner volkstümlichen Beredsam-keit Verstandes ein einfacher Postbote, Namens Künzle ausGoßau, trefflich, den glimmenden Docht der Unzufriedenheitin der alten Landschaft zu entfachen bis zu dem verhäng-nisvollen 23. November 1795, an dem Fürstabt Beda in 179»offener Landsgemeinde zu Goßan den sogenannten gütlichenVertrag unterzeichnete und damit der Begehrlichkeit der Auf-wiegler Thür und Thor öffnete, indem er eben in seinerGüte und Menschenfreundlichkeit — er hieß nur der „guteBeda" — den meisten Beschwerden derselben ein willigesGehör schenkte. In der That kam es denn auch schon inden Jahren 1796—97 daselbst auf dem Lande sowohl alsin der Stadt, unmittelbar vor den Augen des Fürsten, wieder-holt zu tnmultuarischen Auftritten. Freiheitsbäume wurdenerrichtet, heute im Toggenburg, morgen im Rheinthal undübermorgen im Fürstenlande selbst. Abt Beda erlag denLeiden den 19. Mai 1796 und an seine Stelle trat Abt