Band 
Zweiter Teil. Die neuere und neueste Zeit.
Seite
152
JPEG-Download
 

152

Ländern herrscht sogar der Schulzwang d. h. die Eltern werden durchdas Gesetz verpflichtet, ihre Kinder wenigstens bis zu einem bestimmtenAlter in die Schule zu schicken.

c) Daudet und Gewerbe.

1. Der Handel. Naturgemäß übte auf Handel und Verkehr undauch anf das Gewerbe eine Reihe von Erfindungen einen gewaltigenEinfluß. So wies die Erfindung der Eisenbahn durch den Eng-länder Georg Stephenson (1814) und des Dampfschiffes durchden Amerikaner Füllen (1807) dem Handel und Verkehr neue Bahnen.Um das Jahr 1793 erfand der Franzose Chappe den optischenTelegraphen. Dieser bestand darin, daß von Strecke zu Streckeauf weithin sichtbaren Punkten an einem Gestell drei bewegliche Balkenangebracht waren, deren verschiedene Stellungen ebenso viele verschiedeneZeichen bedeuteten. Schon im Jahre 1833 aber wurde diese Einrichtungwieder überholt durch den elektrischen Telegraphen, den die beidenGöltinger Professoren Gauß und Weber erstellten. Das Telephonverdanken wir seit dem Jahre 1877 dem Amerikaner Graham Bell. Mandenke ferner an die Benützung des elektrischen Stromes für das Licht, denBetrieb von Eisenbahnen sowie Maschinen jeder Art.

Auch wurde zur Erleichterung des Handels und Verkehrs zwischenden verschiedenen Nationen zu Bern 1874 der Weltpostverein ge-gründet, dem fast alle Staaten des Erdballs beigctreten sind. Durch diesenwurden z. B. für Briefe bestimmte, kleinere Taxen festgesetzt; es wurdenMaßregeln für die Sicherheit des Verkehrs getroffen u. s. w.

2. Das Gewerbe. Indem mit der Revolution auch alle gewerb-lichen Schranken, wie Zunftzwang re. sielen, konnte auch das Hand-werk sich um so rascher und allgemeiner entwickeln, Namentlich aberkamen auch diesem zahllose Erfindungen und Maschinen zu statten. Mandenke nur an die Nähmaschine, wie sie heute noch von Schneider undSchuster verwendet wird, ferner an all die Vorrichtungen, mit denen sichheutzutage der Schreiner, Wagner und Zimmermeister ihre Arbeiten er-leichtert. Und betreten wir eine Schlosserwerkstätle, welche Fülle vonApparaten tritt uns erst da entgegen! Oder durchwandern wir Feldund Flur, sehen wir nicht, wie die Maschine sogar pflügt, säet, erntetund drescht? —

Dem Gewerbe hauptsächlich und der Industrie sollten auch die groß-artigen Weltausstellungen dienen, wie solche z. B. 1851 in London,1873 in Wien, 1889 in Paris und 1893 in Chicago stattgefunden haben.

Den gleichen Zweck verfolgen auch die zahlreichen Fachschulen(Industrie-, Gewerbeschulen, technische Schulen, Fortbildungsschulen, in Be-zug auf die Landwirtschaft die landwirtschaftlichen Schulen und Anstalten).

ä) Dir fojinle Kruge.

1. Das Entstehen der sozialen Frage. Wie alles in der Welt,so hatte aber auch die Abschaffung des Zunftzwanges und die Er-findung der Maschine zwei Seiten. Während früher der Meister z. B.nur eine bestimmte Zahl von Gesellen beschäftigen durfte, kann er jetzs