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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Wilhelm Oechsli
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zu schleuniger Hilfe; diese erwiderten jedoch, sie könntenerst in acht Tagen, nach Vollmond, ausziehen. Da beschlossendie Athener auf den Rat des Miltiades, eines vielerfahre-nen Mannes, den sie zum Feldherrn gewählt hatten, auchohne die Spartaner dem Feinde entgegenzugehen. 9000 Mannstark eilten sie über die Berge und erblickten in der Ebenevon Marathon das ausgedehnte Lager der Feinde und ander Küste die endlose Reihe ihrer Schiffe. Noch vor Beginnder Schlacht erschienen 1000 Bürger der kleinen Nachbar-stadt Platää, die einzige Hilfe, welche die Athener vonden übrigen Griechen an diesem Tage erhielten. Ein Hellenestand gegen neun Perser. Um eine Schlachtreihe zu bekom-men, die gegenüber der feindlichen nicht allzu kurz sei,stellte der kluge Miltiades seine Leute in der Mitte schwach,dagegen auf den Flügeln stärker auf. Dann rannte auf seinenBefehl die ganze Linie im Laufschritt auf die Perser los,um dem Pfeilhagel ihrer Bogenschützen zu entgehen. Aufden beiden Flügeln wurden die Barbaren bald zurückgetriehen,aber in der Mitte durchbrachen sie die athenische Schlacht-reihe. Da kam Miltiades mit den Flügeln der bedrängtenMitte zu Hilfe und half auch hier in heißem Kampfe denSieg erstreiten. In wilder Flucht retteten sich die Perserauf ihre Schiffe und segelten nach Hause, indem sie dasganze Lager mit seinen reichen Schätzen in den Händender Sieger zurückließen. Es war ein herrlicher, glorreicherErfolg, den der Heldenmut freier Bürger über die Despoten-macht erfochten hatte.

§ 7. Themistokles und Leonidas.

1. Themistokles gründet die athenischeSee-macht. Miltiades überlebte den ruhmreichen Tag vonMarathon nur kurze Zeit. Zum Glück gab es in Athen jeman-den, der ihn mehr als ersetzte. Es war das Themistokles,der größte Staatsmann und Feldherr des alten Griechen-land. Schon in der Jugend hatte Themistokles einen kecken