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sein Sohn und Nachfolger Xerxes in eigener Person einenZug nach Griechenland, und zwar mit einem Heere, wie esdie Welt noch nie gesehen. Aus allen Gegenden seinesReiches strömte zahlloses Kriegsvolk, bunt bewaffnet undbekleidet, in Kleinasien zusammen. Auf zwei gewaltigenSchiffbrücken führte Xerxes dasselbe im Frühling 480 v. 480 v. Chr.Chr. über den Hellespont. Sieben Tage und Nächte soll derÜbergang gedauert haben. Dann zählte er seine Haufen, in-dem er zehntausend Mann dicht zusammentreiben, einenPferch um sie legen und diesen immer wieder füllen ließ.
1,700,000 ergab die Zählung, worunter etwa die HälfteStreiter, das übrige Troß sein mochte. Dazu kam noch eineFlotte von 1200 großen Kriegsschiffen, welche die Phönizier,
Ägypter und Kleinasiaten stellen mußten.
3. Leonidas’ Heidenkampf bei Tliermopylä(480 v. Chr.). — Die Kunde von den Rüstungen desXerxes hatte die Griechen mit Furcht und Schreckenerfüllt. Aber nur Athen, wo Themistokles die Bürgermit seinem entschlossenen Mute erfüllte, verstand zuhandeln. Es schickte eine Gesandtschaft nach Spartaund forderte dieses auf, sämtliche Hellenen zu einer Zu-sammenkunft auf dem Isthmus einzuladen, um hier überdie gemeinsame Verteidigung zu beraten. Die Spartanerleisteten der Aufforderung Folge, aber nicht die Hälfteder Griechenstaaten nahmen an der Versammlung teil.
Selbst das Orakel von Delphi hielt jeden Widerstand füraussichtslos und entmutigte die anfragenden Gemeinwesendurch seine Antworten. Dennoch beharrten die auf demIsthmus vertretenen Staaten bei ihrem Entschluß, zu kämp-fen, und gelobten sich gegenseitig Hilfe und Treue. Esgalt dem Landheer ein Landheer und der Flotte eine Flotteentgegenzustellen. Jenes überließen die Athener den Spar-tanern und deren Verbündeten, sie selbst warfen sich diesmalmit aller Macht auf die See. Denn das Delphische Orakelhatte ihnen verkündet: „Aller Widerstand ist vergeblich,fliehet hinter die hölzernen Mauern!“ und der schlaue Themi-