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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Wilhelm Oechsli
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es zur Bepflanzung unter sich verteilten, sei es, daß sie ihreHerden zur Weide darauf trieben; denn in Rom gab esähnlich, wie früher bei uns, neben dem Privatgrundbesitzausgedehnte Ländereien, die gemeines Eigentum der Bürgerwaren. Aber neben den Patriziern lebten zahlreiche Leutein Rom, die weder Sklaven noch Bürger waren und dochkein anderes Vaterland mehr hatten; so jene Latiner, derenHeimatstadt zerstört und deren Gebiet dem römischen Staateinverleibt worden war, dann auch die Nachkommen vonfreigelassenen Sklaven, von zugewanderten Fremden undandere mehr. Alle diese waren persönlich frei; sie durftenGrundbesitz erwerben und Handel und Wandel treiben;aber sie waren von jeder Teilnahme am öffentlichen Leben,von den Ämtern, von der Benutzung des Gemeinlandes aus-geschlossen und wurden von den Patriziern verächtlich diePlebs, d. i. der Haufe, genannt. Ehen zwischen Patriziernund Plebejern waren strenge verboten. So war es, als obzwei fremde Völker in Rom nebeneinander bestünden. Datat nach der Sage der sechste von den sieben Königen,Servius Tullius, den ersten Schritt zu ihrer Verschmel-zung. Er wollte ein größeres Heer haben und zog deshalballe, welche die Mittel hatten, sich selber auszurüsten und zuverpflegen, gleichviel ob Patrizier oder Plebejer, zum Kriegs-dienst heran. Nach dem Vermögen teilte er sie in verschiedeneKlassen. Die Reichsten mußten zu Pferd dienen, die Mittlerenaber als mehr oder weniger schwer bewaffnetes Fußvolk; nurdiejenigen, die nichts oder so gut wie nichts besaßen, bliebenvom Kriegsdienst befreit. So wurden die Plebejer endlichzu römischen Bürgern, freilich zunächst zu Solchen, die bloßLasten, aber keine Rechte hatten.

4. Brutus stürzt das Königtum (510 v. Chr.). —Nach einer langen und guten Regierung wurde der greiseServius Tullius von seinem Schwiegersohn Tarquinius vomThrone gestürzt und umgebracht. Die Regierung des ruch-losen Mörders entsprach ihrem Anfang. Tarquinius schaltetemit so empörender Tyrannei, daß ihn die Römer den „Uber-