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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Wilhelm Oechsli
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sich, in demselben zwölf Millionen Seelen unterworfen und1500 Burgen und Städte erobert zu haben. Schon fürchteteman in Eom, wenn er heimkomme, werde er an der Spitzeseiner Soldaten als Monarch auftreten. Doch fehlte im ent-scheidenden Augenblick dem Pompejus der Mut, mit Gewaltnach der Krone zu greifen. Als er in Italien landete, ent-ließ er, wie das Gesetz es verlangte, sein Heer und hoffteauch ohne Waffen, durch sein bloßes Ansehen fürstlicheGewalt in Eom ausüben zu können. Seine Anmaßungenstießen jedoch im Senat auf kräftigen Widerstand. VollErbitterung warf sich Pompejus deshalb zwei andern einfluß-reichen Männern in die Arme, die ähnliche Ziele verfolgtenwie er, Crassus und Cäsar. Crassus hatte sich mit allenmöglichen Mitteln, erlaubten und unerlaubten, zum reichstenManne Eoms emporgeschwungen. Er pflegte zu sagen, nurder sei reich, der aus den Zinsen seines Vermögens einKriegsheer erhalten könne. Schon genügten ihm seine ge-füllten Geldkisten nicht mehr. Die halbe Stadt war ihm ver-schuldet; warum, dachte er, sollte er nicht auch ihr Königwerden können?

3. Gajus Julius Cäsar. — Ein Mann ganz anderenSchlages war Gajus Julius Cäsar. Dieser stammte auseinem altpatrizischen Hause, das den Julus, den Sohn desAneas, als seinen Ahnherrn verehrte. Trotzdem wäre Cäsarin seiner Jugend beinahe ein Opfer Sullas geworden. Weildie Gattin des Marius seine Tante war, hatte ihn der Dik-tator in die Acht erklärt. Angesehene Männer legten fürden fast weiblich zart aussehenden Jüngling Fürbitte ein.„Meinetwegen,“ sagte Sulla, „aber nehmt euch in acht, indem Jüngling steckt mehr als ein Marius!“ Zunächst triebsich nun Cäsar in Kleinasien herum, bald im Kriegsdienst,wo er sich durch Tapferkeit auszeichnete, bald, indem er nachder Sitte vornehmer junger Körner bei griechischen LehrernUnterricht genoß. Dabei fiel er einmal Seeräubern in dieHände. Wie zum Scherz drohte er diesen, wenn er wiederfrei werde, so werde er sie alle ans Kreuz schlagen. Nach-