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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Wilhelm Oechsli
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Kloster und setzte sich selber die langobardisclie Krone aufsHaupt. Auch gegen die Araber in Spanien kämpfte er unddrang bis an den Ebro vor. Freilich als er über die Pyre-näen zurückkehrte, da überfielen die Gebirgsbewohner indem engen Tal von Koncevaux seine Nachhut und er-schlugen ihm manchen tapferen Krieger, darunter den GrafenRoland, der nachmals der Held so vieler Sagen gewordenist. Doch sicherte Karl in spätem Zügen seine Eroberungenin Spanien. Er unterwarf auch die Bayern wieder, die vonder fränkischen Herrschaft abgefallen waren, sowie andereVölker, so daß sein Reich zuletzt ganz Mitteleuropa vomEbro bis zur Oder und von den Abruzzen bis zur Eiderumfaßte.

3. Karls Kaiserkrönung (800 n. Chr.). — War esda zu verwundern, daß Karl der Große sich und andernals der Gebieter des Abendlandes, als der Erbe und Nach-folger eines Angustus und Trajan erschien? So groß warnoch immer der Glanz des Römernamens, daß der mächtigeGermanenkönig keine höhere Ehre kannte, als sich damitzu schmücken. Von einem Papst gegen Aufständische zu Hilfegerufen, zog Karl im Jahr 800 nach Rom und ließ dieBürger der Stadt zusammentreten, auf daß sie ihn zumKaiser wählten. Dann setzte ihm am Weihnachtstage derPapst in der Peterskirche vor versammeltem Volke die gol-dene Krone aufs Haupt und brachte ihm kniend die Hul-digung dar, während die Kirche von dem Zuruf der Mengewiderhallte: „Heil und Sieg dem von Gott gekrönten großenKaiser der Römer Carolus Augustus!“ So wurde das west-römische Kaiserreich drei Jahrhunderte nach seinemUntergang wenigstens der Form nach wieder hergestellt.

4. Karls Reichsordnung. — Karl glänzte aber nichtbloß als Eroberer, er verstand es auch, in seinem weitenReiche gute Ordnung herzustellen. Nach fränkischem Her-kommen teilte er dasselbe, wo es nicht schon früher ge-schehen war, in lauter kleinere Provinzen oder G aue ein,die wieder in Hundertschaften zerfielen. An die Spitze