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Schild gehoben. Der entthronte Nachkomme Chlodwigs mußteals Mönch ins Kloster gehen. Bald darauf kam der Papstselber nach Frankreich und gab seinen Segen zu dem Ge-schehenen, indem er den neuen König in der Kirche zuSt. Denis bei Paris mit geweihtem Öle salbte. Als Gegen-dienst verlangte er von Pippin Hilfe gegen die Langobar-den, die fortwährend danach trachteten, Rom zu erobern,das dem Namen nach dem oströmischen Kaiser gehörte, aberin Wirklichkeit vom Papst regiert wurde. Mit Heeresmachterschien der Frankenkönig in Italien und entriß den Lango-barden ein ansehnliches Gebiet in der Umgebung von Rom,das er dem Papste schenkte. Das ist der Ursprung desKirchenstaates, der bis 1870 bestanden hat.
2. Karl der Große als Eroberer (768—814 n. Chr.).
— Nach kräftiger, ruhmvoller Regierung starb Pippin. Ihmfolgte sein Sohn Karl, der in der Geschichte den Beinamen "68des Großen erhalten hat. Als unbesieglicher Kriegsheld,wie als weiser Gesetzgeber und Ordner des Reiches istKarl der Große in den Herzen der Völker lebendig geblieben,wie kein anderer Herrscher des Mittelalters. Nach allenSeiten vergrößerte er sein Reich. So bezwang er in lang-wierigen Kämpfen den großen, tapfern Stamm der Sachs en,*)die im nördlichen Deutschland noch ganz in altgermanischerWildheit, ohne Städte, ohne König, als freiheitsstolze, stetszu Raub und Krieg geneigte Heiden lebten. Nach dreißig-jährigem Widerstande mußten sie ihren Nacken unter dasfränkische Joch beugen und zugleich das Christentum an-nehmen. Nicht ohne blutige Strenge wurde die Bekehrungdurchgeführt, aber Norddeutschland war damit friedlicherGesittung gewonnen. Einen zweiten Krieg führte Karl gegendie Langobarden in Italien, die den Papst nicht in Ruhelassen wollten. Er besiegte sie, sperrte ihren König in ein
*) Man darf die Sachsen des Mittelalters nicht mit den Bewohnerndes heutigen Königreichs Sachsen verwechseln. Die alten Sachsen, derenSitze in der Nähe des Niederrheins begannen und bis über die Elbehinausreichten, sind die Stammväter der Norddeutschen überhaupt.