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denn die treulosen Fürsten sperrten ihm die Pässe — überdie von Schnee und Eis starrenden Alpen nach Italien.
Gregor, der sich auf dem Schloß Canossa im Apenninen-gebirge (südlich von Reggio) aufhielt, weigerte sich hart-näckig, ihn zu sehen. Da stand der König in der härtestenWinterkälte drei Tage hindurch, nur in ein wollenes Büßer- Jan. 1077hemd gehüllt und barfuß, vor dem Burgtor und flehte umEinlaß. Am vierten Tage endlich, als jedermann im Schloßzu Tränen gerührt war und mit Bitten auf den Papst ein-drang, gab dieser, ungern genug, nach, ließ den König vorsich und nahm den Bann von ihm. So hatte Heinrich IV.seinen nächsten Zweck erreicht, aber nur durch eine un-erhörte Demütigung. Zu Canossa war das stolze Kaisertumvor aller Welt dem Papsttum zu Füßen gesunken.
4. Weitere Schicksale Gregors VII. und Hein-richs IV. — Den deutschen Fürsten kam die Lossprechungdes verhaßten Königs gar nicht gelegen. Uneingedenk ihresVersprechens, entsetzten sie ihn dennoch und übertrugen dieKrone auf ihren Führer, Rudolf von Rheinfelden, dessenVerrat um so schmählicher war, als er durch die Gunst desKaiserhauses vom einfachen Grafen zum Herzog von Schwabenund zum Schwager des Königs emporgestiegen war. Daswar der Anfang eines schrecklichen, langwierigen Bürger-krieges. Heinrich IV. eilte nach Deutschland zurück, um seinRecht mit den Waffen zu verteidigen, und fand treue An-hänger namentlich im Bürger- und Bauernstand. Wohl stelltesich der Papst auf die Seite des Gegenkönigs und sprachabermals Bann und Entsetzung gegen Heinrich aus. Dennochneigte sich das Glück mehr und mehr auf dessen Seite. DerGegenkönig Rudolf verlor in einer Schlacht das Leben, wo-bei ihm die rechte Hand abgehauen wurde. Das Volk er-blickte darin ein Gottesgericht; denn mit derselben hatte ereinst dem Könige Treue geschworen. Auch den Papst er-eilte die Vergeltung. Heinrich IV. stellte einen Gegenpapstauf und führte diesen mit Heeresmacht nach Rom, wo ersich von ihm zum Kaiser krönen ließ. Gregor VII. mußte