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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Wilhelm Oechsli
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regten sich Neid und Eifersucht gegen die Jungfrau, ihreRäte wurden von Karl VII. immer weniger gehört, und auclidas Glück verließ sie. Als sie einer Festung in Nordfrank-reich Rettung bringen wollte, wurde sie bei einem Ausfallgefangen, und der König, der ihr alles verdankte, rührtekeine Hand, um sie zu befreien. Die Wut der Engländergegen die Unglückliche kannte keine Grenzen. Nach langerKerkerhaft und schmählichen Mißhandlungen ließen sie Jo-hanna durch ein geistliches Gericht, an dessen Spitze einfranzösischer Bischof stand, als Hexe und Ketzerin zumFeuertode verurteilen und auf dem Marktplatz zu Rouen1+31 lebendig verbrennen. So starb das heldenmütige, schuldloseMädchen als Märtyrerin ihrer Vaterlandsliebe. Doch dauerteder Umschwung, zu dem sie den Anstoß gegeben hatte, fort,so daß binnen zwei Jahrzehnten ganz Frankreich von denEngländern befreit war und mächtiger dastand, als je.

§ 34. Der Islam und das Christentum.

1. Eroberung Konstantinopels durch dieTürken (1453). — Während die christlichen Nationen sichin blutigem Hader zerfleischten, drangen von Osten her dieMohammedaner in Europa ein. Eine streitbare türkischeHorde, die sich nach dem Gründer ihres Reiches, dem SultanOsman, die Osmanen nannte, setzte im 14. Jahrhundertvon Kleinasien aus über die Meerenge und eroberte nachund nach die ganze Balkanhalbinsel. Dem oströmischen odergriechischen Kaiser blieb nichts als Konstantinopel samtder nächsten Umgebung. Im Jahre 1453 beschloß derSultan Mohammed II., dem Scheinleben dieses Kaiser-reiches ein Ende zu bereiten. Mit gewaltigen Heeresmassenumschloß er Konstantinopel. Der letzte Kaiser, der denNamen des Gründers der Stadt führte, Konstantin, tat zurVerteidigung, was in seinen Kräften stand. Doch konnte ernicht hindern, daß die Türken die Ringmauer untergrubenund weite Breschen in dieselbe brachen. Am fünfzigsten Tage