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erfolgte der Sturm. Konstantin starb den Heldentod. Unterfurchtbarem Gemetzel wurde die Stadt genommen und blieb höbfortan der Sitz der türkischen Sultane, die von da aus ganzEuropa ihrer rohen Despotie zu unterwerfen drohten.
2. Vertreibung der Mauren aus Spanien (1492).
— Während der Islam in der östlichen Halbinsel Europastriumphierte, ging ihm dagegen die westliche, Spanien, ver-loren. Hier hatte sich bei der Eroberung durch die Araberganz im Norden ein kleines christliches Reich erhaltenkönnen. Von da aus waren im Lauf der Jahrhunderte dieChristen wieder vorgedrungen und hatten das Land inblutigen Kämpfen Stück um Stück zurückerobert. Sowaren drei christliche Reiche auf der Pyrenäenhalbinsel ent-standen, Portugal im Westen, Castilien in der Mitteund Aragonien im Osten. Nur im äußersten Süden gabes noch ein mohammedanisches Königreich, Granada. Nunvermählte sich der staatskluge Ferdinand, der Kronprinz U69von Aragonien, mitlsabella, der Thronerbin von Castilien,einer durch Schönheit und Klugheit hervorragenden Frau.
Zur Herrschaft gelangt, nahmen Ferdinand und Isabella denNamen König und Königin von Spanien an und regiertenihre Lande gemeinsam. Mit der Vereinigung von Castilienund Aragonien zum spanischen Königreich hatte die Todes-stunde für den Islam auf der Halbinsel geschlagen. Ferdinandund Isabella eröffneten den Krieg gegen das maurische Reichim Süden. Eine Festung um die andere fiel in ihre Hand,zuletzt auch die Hauptstadt Granada. Duldung gegen ihre 1492alten Feinde kannten die Sieger keine. Den Mauren, wieman in Spanien die Mohammedaner nannte, wurde nur dieWahl gelassen, entweder auszuwandern oder dann ihre Re-ligion abzuschwören. Ein eigenes Inquisitionsgerichtsollte diejenigen aufspüren, die etwa sich öffentlich zumChristentum bekannten, heimlich aber ihrem alten Glaubenlebten, und sie dem Feuertode überliefern. Im übrigen er-warben sich Ferdinand und Isabella große Verdienste umdas Land, indem sie der Fehdelust des Adels unnachsichtlich