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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Wilhelm Oechsli
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genossen Hilfe bringen; zugleich schwebte ihm wohl derPlan vor, das schwedische Reich, dem er in ruhmvollenKämpfen gegen Russen und Polen eine Reihe von Land-schaften diesseits der Ostsee gewonnen hatte, auch aufdeutsche Kosten zu vergrößern. Jedenfalls war Gustav Adolfkein gemeiner Eroberer. Mit kühnem Tatendrang paarte sichbei ihm ein edles, menschliches Gemüt und echte Frömmig-keit. Unter seinen Kriegern hielt er die strengste Manns-zucht und suchte die Leiden, die der Krieg für die Bevöl-kerungen mit sich brachte, so viel als möglich zu mildern.Obgleich sein Heer anfänglich nicht über 15,000 Mannbetrug, vermochten doch die zuchtlosen kaiserlichen Bandenin Pommern und Mecklenburg ihm nicht zu widerstehen. Alser aber weiter Vordringen wollte, um das von Tilly hartbedrängte Magdeburg zu retten, wollten ihm die Kur-fürsten von Brandenburg und Sachsen aus Furcht vordemKaiser keinen Durchzug gestatten. Diese beiden mächtigstenprotestantischen Reichsfürsten hatten sich bis dahin vonFerdinand Schonung erkauft, indem sie ruhig zusahen, wieihre Glaubensgenossen unterdrückt wurden, und dabei hofftensie zu bleiben. So wurde Gustav Adolf aufgehalten, bis eszu spät war. Nach heldenmütiger Gegenwehr wurde Magde-burg von Tilly erstürmt, in fürchterlichem Blutbad fast dieganze Bevölkerung hingeschlachtet und die Stadt bis auf 1631wenige Gebäude von den Flammen verzehrt. Voll Erbitterungzwang jetzt Gustav Adolf den Kurfürsten von Brandenburgdurch Drohungen, sein Bundesgenosse zu werden. Als Tillysich in gleicher Weise des Kurfürsten von Sachsen versichernwollte und in dessen Land einbrach, da warf sich dieserebenfalls dem Schwedenkönig in die Arme und rief ihn zuHilfe. Bei Leipzig stießen die Heere Gustav Adolfs undTillys zusammen, und dieser, der sich rühmte, in sechsund-dreißig Schlachten Sieger geblieben zu sein, erlitt durchdie überlegene Kriegskunst seines Gegners eine vernichtendeNiederlage. Unaufhaltsam drang der Schwedenkönig vor,und überall wurde er von dem gequälten protestantischen