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Das venezianische Gebiet wurde der Tummelplatz ihrer Heere,und jetzt reichten sich die beiden Gegner die Hand, um dietausendjährige Republik zu vernichten. Übrigens krönte diesnur das ganze Verfahren, das Bonaparte bei seiner Kriegs-führung eingeschlagen hatte. Während er sich den Italienernin schönen Worten als Befreier ankündigte, mußten sie nichtnur sein Heer erhalten und schwere Geldsummen bezahlen;er gestattete auch Generälen und Soldaten, sich auf jedeArt zu bereichern, und sandte alles öffentliche Eigentum,selbst Kunstwerke und wissenschaftliche Instrumente, nachPai’is. Diese Verwandlung Frankreichs in einen Raubstaatund die Vernichtung einer Schwesterrepublik erregten dochauch in Paris Entrüstung. Zwei Direktoren, darunter deredle Carnot, sowie ein Teil der Räte und angeseheneZeitungsblätter erhoben dagegen Einsprache. Da veranlaßteBonaparte von Italien aus die drei andern Direktoren, sichder unbequemen Mahner durch einen Gewaltstreich zu ent-ledigen. Wer nicht entkam, wie Carnot, wurde als „Monarchist“verhaftet und zwangsweise nach Cayenne in Südamerika, dasdurch sein mörderisches Klima berüchtigt war, eingeschifft.So sah sich Frankreich durch die eigene Regierung wiederaus der Bahn der gesetzlichen Ordnung, die es kaum be-schritten hatte, hinausgeworfen.
2. Die römische und helvetische Republik.Napoleon in Ägypten (1798/99). — Es dürstete Bonapartenun nach dem Ruhm, auch noch den letzten Feind der Re-publik, Großbritannien, zu besiegen. In England selberzu landen, wagte er nicht. Dagegen wollte er Ägyptenerobern, von dort aus die Herrschaft, welche die Britensoeben in I n d i e n aufgerichtet hatten, brechen und dadurchdie Quelle ihres Reichtums verstopfen. Da der Staatsschatzleer war, wurden die Mittel zu der Unternehmung durch1798 zwei große Raubzüge beschafft. Der eine ging nach Rom,wo die Ermordung eines Franzosen, und der andere in dieSchweiz, wo die Befreiung der mit der heimischen Herr-schaft unzufriedenen Waadt den Vorwand bot. Der Papst