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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für höhere Schulen und zum Selbstunterricht / von Wilhelm Oechsli. Bd. 1 / Urzeit und Altertum
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5. Die ältere Eisenzeit oder Hallstattzeit (in Mittel-europa etwa 800—400 v. Chr.). — Die Unmöglichkeit, für den fort-während steigenden Bedarf an Bronze genügend Kupfer und Zinnherbeizuschaffen, wird die Leute gezwungen haben, sich nach anderenMetallen umzusehen. Vereinzelt war zwar längst Eisen in den Handelgekommen. Daß es aber noch zu den Seltenheiten gehörte, beweistseine anfängliche Verwendung für Fingerringe und andere Schmuck-gegenstände. Die auffällige Erscheinung, daß dieses für uns so gewöhn-liche Metall verhältnismäßig spät auftrat und beispielsweise in ganzAmerika bis zur Ankunft der Europäer unbekannt blieb, ist daraus zuerklären, daß seine Gewinnung erheblich größere Schwierigkeiten be-reitet als etwa die des Kupfers. In der ersten Hälfte des letzten vor-christlichen Jahrtausends nun also trat es seinen Siegeszug an, derheute noch nicht abgeschlossen ist. Wem die Herstellung und Ver-arbeitung von Eisen zuerst in größerem Maßstabe gelang, ist nichtsicher. Doch weisen die ältesten Zeugnisse nach Vorderasien, wie dennüberhaupt die Eisenzeit des Morgenlandes vor der abendländischeneinsetzt. Auch Südeuropa geht dem Norden noch um einiges voran;die erste Eisenzeit stießt dort allmählich in die Geschichte über, unddas homerische „Mittelalter" wie die Blütezeit etruskischer Kultur, dieihr angehören, kommen daher später zur Sprache. Als Hallstatt-periode bezeichnet man die ältere Eisenzeit Mitteleuropas. Der Namerührt von einem Fundort im österreichischen Salzkammergut her, woein riesiger Friedhof mit etwa tausend Gräbern aufgedeckt wurde. DieHallstattleute waren ein Bauernvolk, das vielfach an die Menschen derjüngeren Steinzeit erinnert. Friedliche Tätigkeit war ihnen lieber alsKampf, und der Mangel an Waffen in schweizerischen Gräbern jenerZeit fällt geradezu auf. Dem entspricht, daß zum Wohnen offeneEbenen bevorzugt wurden. Die beliebteste Grabform war in unseremLande der Grabhügel. Die Gräber in Hallstatt selbst zeigen den Wohl-stand einer vom Salzbergbau lebenden und durch ihn reich gewordenenBevölkerung. Es haben sich Geräte, die dieser Beschäftigung dienten,erhalten, darunter ganze Bündel von Leuchtspänen zur Erhellung derGrubenschächte. Neben zahllosem Werkzeug und Schmuck aus Metallspielen Bernstein und Glasperlen eine ziemlich große Rolle. Im Gießenund Schmieden der Bronze, die noch lang eine dem Eisen mindestensebenbürtige Stellung behauptete, war eine hohe Vollendung erreicht.