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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für höhere Schulen und zum Selbstunterricht / von Wilhelm Oechsli. Bd. 1 / Urzeit und Altertum
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begonnen; denn gemeinsame Bezeichnungen für Metalle fehlen, wie etwader Vergleich von deutschemEisen", lateinischem koi-i-um und grie-chischem siäoros zeigt. Weil sich die Völker, die ursprünglich zusammen-gehört haben, über einen Raum verteilen, der im Osten bis nach Indienreicht, im Westen über die Grenzen Germaniens hinaus, faßt man sieunter dem Namen Jndogermanen zusammen. Der Weg, deneinzelne Glieder bis in ihre engültigen Wohnsitze zurückzulegen hatten,ist so gewaltig, daß an regelrechte Völkerwanderungen zu denken ist,wie sie ja auch in viel späteren, geschichtlichen Zeiten noch stattfanden.

Beim Vordringen in Asien trafen die Jndogermanen auf eineandere Völkersamilie, deren Sprachen unter sich wieder enge Verwandt-schaft ausweisen, von den indogermanischen aber sehr stark abweichen.Das sind die Semiten, so genannt, weil die Bibel als ihren Stamm-vater Sem, einen Sohn Noahs, bezeichnet. Auch sie haben sich ausihrem Ursitz, vielleicht der arabischen Wüste, in mehreren Wellen nord-und westwärts ergossen. Um den Abstand ihrer Sprachen von denindogermanischen zu veranschaulichen, sei etwa hebräisches sm undbabylonisch-assyrisches uvaruu (Mutter") den oben erwähnten gleich-bedeutenden Ausdrücken gegenübergestellt.

Die indogermanische und semitische Völkerfamilie sind bei weitemnicht die einzigen auf der Erde. Auch in dem breiten Länderraum umdas Mittelmeer herum, aus dem sich die älteste Geschichte abspielt,werden uns hin und wieder Menschen anderer Herkunft begegnen. Abergerade jene beiden Gruppen nahmen die Führung an sich. Unter denJndogermanen taten sich im Altertum die Inder, Jranier,Griechen und Römer besonders hervor, unter den Semiten dieBabylonier und Assyrer, Jsraeliten und Phönizier. Semi-tisches Blut hatte wohl auch das Mischvolk der Ägypter in denAdern.

Daß die ältesten Kulturstaaten in den Flußebenen des Nil undMesopotamiens gewachsen sind, hat gute Gründe. Die Natur beiderLänder zwang die Menschen, ihre Kräfte zusammenzuschließen und einemzielbewußten Willen unterzuordnen, um im Lebenskampf obenauf zubleiben. Denn die Grundbedingungen für das Zustandekommen jenerhöheren Form des Lebens, die wir Kultur nennen, sind Arbeitund Ordnung.