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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für höhere Schulen und zum Selbstunterricht / von Wilhelm Oechsli. Bd. 1 / Urzeit und Altertum
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zersplitterten Stämme um den andern bezwäng. Dieser Feldherr gibtauch zum erstenmal eine eingehendere und zuverlässige Schilderung desVolkes und rückt es dadurch gleichsam ins Licht der Geschichte. Jahr-hundertelang noch blühte dann echtes keltisches Wesen im Norden weiter,und die Sprache ist in der Bretagne, in Irland und einigen StrichenEnglands bis heute lebendig geblieben.

Der Hauptfortschritt, den die Kelten nach Mitteleuropa brachten,war der Städtebau. Im Morgenland baute man Städte seit Jahr-tausenden; bei uns entstanden wirkliche städtische Anlagen erst damals.Ihr Auftreten aber ist einer der Marksteine, die unfehlbar das Endevorgeschichtlichen und den Anbruch geschichtlichen Lebens einer Land-schaft bezeichnen.

7. Völkergruppen und Wanderungen. Wenn die Be-gründer der Latönekultur zweifellos Kelten waren und wir auch mitziemlicher Sicherheit die Leute der nordischen Bronzezeit als Germanenbezeichnen dürfen, so wird es, je weiter wir zurückschallen, umsoschwieriger, die aus den Funden zu uns redenden Menschengruppenbestimmten Rassen zuzuweisen. Glücklicherweise kommt da die Sprach-wissenschaft zu Hilfe, die den Weg in das Dunkel einer schristlosenVergangenheit wenigstens noch ein weiteres Stück rückwärts zu er-hellen vermag. Sollte es Zufall sein, daß die alten Inder und PerserfürMutter" matar sagen, die Griechen motsr oder matsr wie dieRömer, die Kelten matbir, die Letten inats, die Slaven mati, dieArmenier mair, die Albaner motrs? Oder daß es ein lateinischestollsrs, griechisches toliriav, indisches talaz-ati, keltisches tollaira, arme-nisches toiliil gibt, die alle das Gleiche bedeuten wie unserdulden"?Solche Übereinstimmungen lassen sich in großer Zahl nachweisen. Siehaben zu der Annahme geführt, daß alle Völker, die dabei beteiligtsind, Äste eines gemeinsamen Stammvolkes seien, ihre Spracheneigentlich nichts anderes als Mundarten einer und derselben Mutter-sprache. Durch Zusammenstellung derjenigen Wörter, die in allen oderden meisten jener verwandten Sprachen wiederkehren und also samtden von ihnen bezeichneten Dingen schon vor der Zersplitterung ge-bräuchlich gewesen sein müssen, erhält man ein Bild von der Kulturdes Stammvolkes. Dieses Bild deckt sich ungefähr mit dem, was dieBodenfunde für die Menschen der jüngeren Steinzeit ergeben haben.Der Ursitz des Volkes war höchst wahrscheinlich Osteuropa. Von dorthat die Ausbreitung und erste Trennung schon in der Steinzeit