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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für höhere Schulen und zum Selbstunterricht / von Wilhelm Oechsli. Bd. 1 / Urzeit und Altertum
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21
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II. Die Babylonier und Assyrer.

F- Hommel, Geschichte Babyloniens und Assyriens (Oncken). S. VezolL-C. Franck, Niniveund Babylon (Monographien zur Weltgeschichte). D. Meißner, Babylonien und Assyrien, 2 Bde.(Kulturgeschichtliche Bibliothek); Könige Babyloniens und Assyriens, 1927; Die Kultur Babylo-niens und Assyriens, 1925 (W. u. B.); Die Keilschrift (Göschen). S. Landersdorfer, Die Kulturder Babylonier und Assyrer (Sammlung Kösel). H. Winckler. Die babylonische Geisteskultur (W. u.B.).E. Anger. Sumerische und akkadische Kunst, 1926; Assyrische und babylonische Kunst, 1927 (beidesin Jedermanns Bücherei). G. E. Durckhardt, Gilgamesch (Insel-Bücherei).

1. Das Stammland.Zwei Zwillingsströme, Euphratund Tigris, stürzen von dem Alpenland Armenien herunter in eineetwa 1000 llm lange Tiefebene. Östlich von ihr erheben sich rauh undsteil die Randgebirge des Hochlandes Iran; im Westen steigt die syrisch-arabische Wüste allmählich an. In der Mitte ungefähr kommen sichdie beiden Flüsse ganz nahe, um dann wieder auszubiegen und schließ-lich doch vereint als ein Gewässer in den persischen Gols zu münden.Die untere Ebene, auch einGeschenk der Flüsse", hieß im AltertumBabylonien, ihr südlichstes Stück Chaldäa. Jetzt ist sie zum Teileine versengte, von Wandervölkern durchstreifte Steppe, zum Teil einverpestetes, menschenleeres Sumpsland. Einst war es anders. GewaltigeDeiche regelten den Lauf der Ströme, deren Wasser künstliche Kanäleweithin durch das Land leiteten; Schöpfräder beförderten es auf dieFelder, und mehr bedurfte es nicht, um die Wüste in einen üppigenGarten zu verwandeln. Zweihundertsältig und darüber war die Fruchtdes Getreides, die Ölpflanze Sesam schoß baumhoch empor, und herr-liche Dattelwälder bedeckten die Fläche. Genau wie in Ägypten diktiertehier die Natur des Landes dem Bewohner die Arbeit mit unerbittlicherHärte, lohnte sie aber ebenso wie dortll Das höher gelegene steinigeund nicht so vollständig flache Gebiet hingegen, Mesopotamien(Zwischenstromland") genannt, war wohl immer, wie heute, größten-teils öde. Nur die Landschaft Assyrien ostwärts vom oberen Tigriswurde von den zahlreichen Flüssen, die den Randgebirgen Irans ent-springen, bewässert und eignete sich daher gut zum Anbau.

Die Geschichte der Babylonier und Assyrer, die sich wie die ägyp-tische in drei natürliche Teile zerlegen läßt, verläuft außerordentlichbewegt und zeigt, abgesehen von vielfachen Schiebungen innerhalbdes Stammlandes, vor allem das Bestreben der Semiten, sich der

i Quellenbuch Fl. u. G. I, No. 8: über Land und Sitten der Babylonier (nachHerodot).