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dagegen wollten den kürzern Weg über die Rhone und die ligurischeKüste nehmen. Ihnen stellte sich Marius zuerst entgegen und vernichtetesie 102 gänzlich bei Aquä Sextiä (Aix, unweit Marseille). Aber in-zwischen hatten die Kimbern vom Tirol her Oberitalien erreicht. Daeilte Marius auch gegen sie, und bei Vercellä (Vercelli, westlich vonMailand) gelang es ihm, sie völlig aufzureiben. Über 100000 Kimbernwurden erschlagen, 60000 gefangen; ihre Weiber, die von der Wagen-burg aus die Rümpfenden angespornt hatten, wollten die Freiheitnicht überleben und töteten sich selbst samt den Kindern (101). Dieganze Menschenlawine war verschwunden, nur die Tiguriner standenals Reserve in den Alpen und kehrten auf die Nachricht von der Nieder-lage ihrer Verbündeten heim. Unermeßlicher Jubel begrüßte den ruhm-reichen General, den man mit Romulns und Camillus verglich, mitdem Ehrennamen des „dritten Gründers der Stadt" beschenkte undzum sechsten Mal ins Konsulat wählte
3. Der Bundesgenossenkrieg (90—88). — Da der Adel denEmporkömmling ablehnte und beneidete, war Marius recht eigentlichder Held des Volkes, das von ihm erwartete, er werde es auch ausseiner inneren Not erretten. Aber Marius war kein Gracchus. Sotüchtig er im Felde dreinschlug, so ungeschickt erwies er sich als Staats-mann. Aus Feindschaft gegen die Senatoren suchte er Anschluß beieinigen frechen Gesellen, die den verworfensten Pöbel hinter sich hattenund ihre Gegner in der Volksversammlung und im Rate dadurch zumSchweigen brachten, daß sie sie totschlugen. In der Hauptstadt warvor diesen Mörderbanden niemand mehr seines Lebens und Besitzessicher. Zuletzt wuchsen dem Marius die verhetzten Massen über denKopf, sodaß ihm zur Bannuug der Geister, die er gerufen, kein Aus-weg blieb als blutiger Straßenkampf. Dadurch verdarb er es mit derMenge, ohne als Ersatz großen Dank vonseiten des Adels zu ernten.So beendigte er sein sechstes Konsulat, bei Arm und Reich gehaßt undverachtet.
Die wilden Parteikämpfe dauerten fort. Da wollte ein weit-blickender Volkstribun, Livius Drusus, der sonst zu den Aristokratengehörte, durch eine Reihe trefflicher Gesetze im Sinne der Gracchendie Mißstände heilen; vor allem nahm er des Gaius Gedanken wiederauf, den italischen Bundesgenossen das Bürgerrecht zu
> Quellenbuch Fl. u. G. I, No. 28: Der Krieg gegen die Kimbern und Teutonen113—101 v. Chr. (nach Plutarch).
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