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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für höhere Schulen und zum Selbstunterricht / von Wilhelm Oechsli. Bd. 1 / Urzeit und Altertum
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verleihen. Aber auch er schuf sich dadurch erbitterte Feinde; einesAbends sank er in der Halle seines Hauses von einem Dolchstoß ge-troffen zusammen. Der Mörder war in der Dunkelheit entkommen,und man gab sich keine Mühe, ihn zu finden. Jetzt griffen die so viel-fach getäuschten Jtaliker, voran Marser und Samniten, zu denWaffen, gründeten einen eigenen Staat nach dem Vorbilde des römischen,mit Senat, Konsuln und Prätoren an der Spitze, und erhoben Corfi-nimn in den Abruzzen zur Hauptstadt unter dem Namen Jtalica.Angesichts der furchtbaren Gefahr ließ der Parteihader in Rom etwasnach; Demokraten wie Marius und Aristokraten wie Sulla stelltenihre militärischen Erfahrungen den Konsuln zu Gebote. Bald hallteMittel- und Süditalien wider vom Schlachtgetöse. Lange wogte dasKriegsglück hin und her, Hunderttausende von Menschenleben gingendabei zugrunde, bis die Römer sich zum Nachgeben entschlossen undallen treugebliebenen Bundesgenossen, sowie denen, welche binnen zweiMonaten die Waffen niederlegen würden, das Bürgerrecht gewährten.Jetzt lichteten sich die Reihen der Aufständischen, und die römischenFeldherren trieben sie zu Paaren. Alle aber, selbst den Marius, ver-dunkelte Sulla durch seine glänzenden Erfolge, indem er die Heereder Samniten in zwei Schlachten zersprengte und ihre HauptstadtBovianum einnahm. Um dem Aufruhr endgültig den Boden zu entziehen,wurde zuletzt tatsächlich allen Jtalikern ohne Unterschieddas Bürgerrecht erteilt. Das schützte sie künftig wenigstens vorrömischer Beamtenwillkür. Für den Fortbestand der Republik freilichwar damit nicht viel gewonnen; denn seitdem diese sich von der sizilischenMeerenge bis zum Po erstreckte, schien es vernunftwidrig, bei Wahlenund Abstimmungen die Menge, die zufällig in der Hauptstadt an-wesend war, entscheiden zu lassen, zumal deren Bevölkerung gerade denschlechtesten Teil der italischen Nation bildete. Strömte doch, seit manin Rom von Staats wegen umsonst Getreide bekam, alles Gesinde!dort zusammen. An die heute übliche Einrichtung, wonach jeder Landes-teil Abgeordnete wählt, welche als Vertreter der Gesamtheit derenInteresse verfechten, dachte merkwürdigerweise im ganzen Altertumkaum jemand. So war Italien nur noch das Scheinbild einerRepublik, dessen Schicksal, wie sich bald zeigte, in den Händen seinerGeneräle und Soldtruppen lag.

4. Der Feldzug gegen Mithradates (88—84). DesMarius Ende. — Noch war der Bundesgenvssenkrieg nicht ganz