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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für höhere Schulen und zum Selbstunterricht / von Wilhelm Oechsli. Bd. 1 / Urzeit und Altertum
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fügsamen, geschmeidigen Wesens beim Volke nicht minder als bei denSenatoren beliebt gemacht und die hohen Ämter in regelmäßiger Stufen-folge bekleidet. Unersättlicher Ehrgeiz und maßlose Eitelkeit verführtenihn dazu, eine Rolle zu übernehmen, der er auf die Dauer nicht ge-wachsen war. Doch durfte sich dieser bonio novus rühmen, auch denandern, weit weniger erfreulichen Vorstoß durch rasches Handeln matt-gesetzt zu haben. Es gab da eine Menge heruntergekommener Herren,die in liederlichem Lebenswandel ihr Vermögen eingebüßt hatten undüber und über verschuldet waren. Unter ihnen bildete sich eine Ver-schwörung; man wollte die Regierung stürzen, die Schuldenbüchervernichten und nach berühmten Vorbildern durch neue Ächtungen undGütereinziehungen reich werden. An der Spitze stand Catilina, einsteiner der frechsten Mörder unter Sullas Anhang, schon in seinemÄußern ein unheimlicher Geselle. Der Mann hatte es bis zum Prätorgebracht, saß im Senat und bewarb sich jetzt ums Konsulat für dasJahr 63, um seine Pläne besser durchführen zu können. Dabei scheinter außer von Crassus auch von Cäsar, dessen Gestalt damals langsamauftaucht, unterstützt worden zu sein. Doch gelang es den Optimalen,statt seiner den Cicero durchzudrängen. Catilina gab indes sein Vor-haben nicht auf; schon ging er damit um, den neu gewählten Konsulermorden und die Stadt an allen Ecken und Enden anzünden zu lassen.Aber der Plan scheiterte an der Wachsamkeit Ciceros, welcher durchSpäher von allem unterrichtet war. Mit flammender Rede enthüllteder Konsul in Anwesenheit Catilinas dem Senate die Absichten derMörderbande und erhielt unbedingte Vollmacht, die Verschwörung zuunterdrückend Catilina entwich zu einem seiner Anhänger, der inEtrurien aus allerlei zusammengelaufenem Volk ein Heer sammelte;seine Spießgesellen in Rom wurden verhaftet, und der Senat beschloß,sie sofort hinrichten zu lassen, ohne, wie Cäsar dem Gesetze gemäßverlangte, das Todesurteil der Volksversammlung vorzulegen. Catilinaselbst fiel in offener Feldschlacht. Die Senatspartei war jetzt in Romwieder allmächtig, aber noch bangte ihr vor der Rückkehr des Pom-peius; denn man glaubte, er werde mit Heeresmacht in das verworreneGetriebe der Hauptstadt hineinfahren und die Zügel an sich reißen.Diese Entschlußkraft fehlte ihm nun freilich, und als er bei der Landungin Italien seine Soldaten nach Vorschrift entließ, schwanden die Be-sorgnisse. Ja, statt für das korrekte Vorgehen Anerkennung zu finden,

i Quellenbuch Fl. u. G. I, No. 31: Aus Ciceros erster Rede gegen Catilina.