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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für höhere Schulen und zum Selbstunterricht / von Wilhelm Oechsli. Bd. 1 / Urzeit und Altertum
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jeweilige Kaiser einen erprobten Verwaltnngsmann und Feldherrn anSohnes Statt annahm und also zum Mitregenten und Nachfolger be-stimmte (Adoptionskaiser). Der erste war Nerva (0698), ein klugerGreis, welcher das unbeschränkte Vertrauen des Senates erworbenhatte. Seinen Weitblick bekundete er namentlich dadurch, das; er denaus einer römischen Kolonie in Spanien gebürtigen Traian adoptierte,einen glänzenden Soldaten, der damals das verantwortungsvolle Kom-mando am Rhein innehatte. Traian (08117) ist eine der eindrucks-vollsten Persönlichkeiten, welche je Roms Geschicke geleitet haben. Unterihm gewann das Weltreich seine grüße Ausdehnung. Er bändigte inwohlvorbereiteten Feldzügen die Horden des Decebalus auf dem Balkanund gewann so die neue Provinz Dakien, ein Land, welches heuteden bezeichnenden Namen Rumänien führt. Zur Stunde noch kannman in Rom die Siegessäule betrachten, die in einem fortlaufendenBand von Reliefdarstellungen den dakischen Feldzug veranschaulicht(Traianssänle). Im Osten drang der Kaiser bis an den persischen Golfund zwang die Parther, einem Fürsten nach seinem Willen Gehorsamzu leisten. Nicht minder großartig als die oft durch verblüffende tech-nische Hilfsmittel ermöglichten Kriegserfolge war auch seine friedlicheFürsorge in allen Teilen des Reiches. Über die untere Donau wieüber die Flüsse Spaniens wölbten sich feste Brücken; er legte Straßen,Häfen und Kanäle an, errichtete durch ganz Italien Anstalten zurVersorgung armer, verwaister Bürgerkinder und besaß dabei noch Mittelgenug, um Rom mit riesigen Bauten zu schmücken und die Mengedurch Spiele von nie dagewesener Pracht zu belustigen. Überall walteteOrdnung und Gerechtigkeit, selbst die Freiheit schien wiedergekehrt.Unter ihm genoß man, wie sein Zeitgenosse Tacitus schreibt, das selteneGlück, denken zu dürfen, was man wollte, und sagen zu dürfen, wasman dachte. Kein Wunder, daß Künste und Wissenschaften neu auf-blühten. Traian wählte einen Vetter, Hadrian (1l7188), zumErben. Dieser hochgebildete, rastlos tätige Mann verbrachte den größtenTeil der Regierungsjahre damit, sämtliche Provinzen persönlich zudurchwandern und deren Bedürfnisse kennen zu lernen. Seine Lieblings-stadt war Athen, sein Ziel, Platons Idealstaat in die Wirklichkeitumzusetzen. Überall ließ er Spuren seines Wohlwollens in gemein-nützigen Werken zurück. Die Verbesserung des Finanz- und Postwesens,der Verwaltung und Rechtsprechung lag ihn; besonders am Herzen.Unter den Kriegstaten ist das rücksichtslose Vorgehen gegen die Juden