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glänzenden Triumphzug, der sich diesen Ereignissen anschloß, zeugt zurStunde noch der Titus bogen am Forum in Rom.
Der Bezwinger der Juden übernahm nach Vespasians Tod dieLeitung des Weltreiches. Von seiner sehr kurzen Regierung (79—81)wird lauter Gutes erzählt. Und an Gelegenheiten zu Wohltaten fehltees ihm wahrlich nicht. Fällt doch in den Sommer 79 jener furchtbareAusbrnch des Vesuv, der drei blühende Städte so vollständig ver-schüttete, daß sie mehr als anderthalb Jahrtausend unter Lava undAsche verborgen blieben Erst vor ungefähr 200 Jahren stieß manbeim Graben eines Brunnens aus ihre Reste und fing nun an, großeTeile besonders von Pompeji bloßzulegen. Was da bis jetzt zumVorschein gekommen ist, gibt uns das denkbar treuste Bild einer alt-römischen Provinzstadt bis in die letzten Einzelheiten des Alltags-lebens hinein.
Einen üblen Ruf genießt Vespasians jüngerer Sohn Domitian,welcher den Titus im Regiment ablöste (81—96). Gewiß packte aucher seine Aufgaben mit Begeisterung an und erwarb sich bleibende Ver-dienste. Nur stieß er durch sein stolzes, selbständiges Wesen den Senatvor den Kops und geriet dabei Schritt für Schritt in ein trotzig arg-wöhnisches Verhalten, das an die schlimmsten seiner Vorgänger er-innern mochte. In Britannien wurden unter ihm weitere Fortschrittegemacht, während anderseits dem Dakerfürsten Decebalus, der vonUngarn und Siebenbürgen aus die römischen Donauländer bedrohte,der Friede durch ein jährliches Geldgeschenk abgekauft werden mußte.Bedeutend waren Domitians Erfolge gegen einzelne Germanenstämme,da er bis an den Neckar vordrang und den Winkel zwischen Rheinund Donau besetzte. In den letzten Regierungsjahren wuchs dasMißtrauen des Kaisers krankhaft an, sodaß seine nächste Umgebungvor ihm zitterte und ihn schließlich beseitigte. Der Senat wütetegegen sein Andenken, das öffentlich getilgt wurde, und auch die Schrift-steller haben der Nachwelt ein haßerfülltes Bild des letzten Flaviershinterlassen.
3. Die Glanzzeit des Reiches unter den Adoptions-kaisern (96—180). — Auf Domitian folgten hinter einander fünftreffliche Herrscher, deren Regierungszeit den Gipfel römischer Welt-macht bezeichnet. Schuld daran ist nicht zuletzt die Tatsache, daß der
> Quellenbuch FI. u. G. I, No. 51: Der Ausbruch des Vesuv und der Tod desälteren Plinius (Brief des jüngern Plinius an Tacitus).