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Abhängigkeit von den weltlichen Herrschern. Daher griffen sie auch dieLaieninvestitur, das heißt die Ernennung der Bischöfe und Aebteund ihre Bekleidung mit Ring und Stab, den Abzeichen ihrer Würde,durch Kaiser und Könige, aufs heftigste an. — Nun stand zu Heinrichs IV.Zeit ein Mann an der Spitze der Kirche, der mit den Aebten von Clunyeng befreundet war und ihre Ideen nach Kräften zu verwirklichentrachtete, Gregor VII. oder Hildebrand, wie fein Name ursprünglichlautete. Sohn eines armen toskanischen Bauers, klein und unan-sehnlich von Gestalt, war er durch seinen Feuereifer und seine Geistes-gaben vom einfachen Mönche zum allmächtigen Ratgeber der Päpsteemporgestiegen und 1073 selber zur höchsten Würde erhoben worden.Alsbald erließ er die schärfsten Gesetze gegen Priesterehe, Simonieund Laieninvestitur und scheute keine Mittel, um zum Ziele zu kommen.Mochten die simonistischen Bischöfe noch so trotzig tun, sicherlich zwangsie Gregor durch den Bann, d. h. die Ausstoßung aus der Kirche,zur Abdankung und Buße. Wollten die Geistlichen ihre Frauen nichtverstoßen, so ließ er das Volk gegen sie aufhetzen und sie vertreiben.Die Priester sollten aller Familienbande, die sie an ihre Heimat, anihr Volk knüpften, entledigt und dadurch zu willenlosen Werkzeugendes römischen Stuhles werden. So brachte Gregor die Kirche in seineGewalt, wie noch kein Papst vor ihm. — Aber nicht nur innerhalbder Kirche wollte er unbedingt herrschen, sein Ehrgeiz strebte nachGrößerem. Schon 1059, vierzehn Jahre vor seiner Erhebung, hatteer als Ratgeber der Päpste die Schwäche der Kaiserin Agnes benutzt,um durch ein Konzil zu Rom die Papstwahl dem Kaiser zu ent-reißen und sie den Priestern an den Hauptkirchen Roms und denBischöfen der Nachbarstädte, den sog. Kardinälen, zu übertragen,welche dem Papst als Ratgeber und Gehilfen zur Seite standen undinfolge dessen sich über alle übrigen kirchlichen Würdenträger erhoben.Und den so gewählten Papst hatte Hildebrand als König und Kaisermit doppelter Krone schmücken lassen; denn nach seinen Ideen solltedasOberhaupt der Kirche den weltlichenHerrschern nicht nurebenbürtig, sondern übergeordnet sein als die höchsteGewalt auf Erden. Der kühne, ehrgeizige Mönch träumte vonnichts Geringerem, als von der Ausrichtung einer päpstlichen Welt-
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